Demonstranten in Ohio fordern Neuauszählung der US-Wahlstimmen

7. Dezember 2004, 13:33
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90.000 Stimmzettel für unlesbar und damit ungültig erklärt - Fehlerhafter Computer bescherte Bush zusätzliche 4.000 Stimmen

Columbus - Einen Monat nach der US-Präsidentschaftswahl haben am Samstag rund 400 Demonstranten in Ohio eine Neuauszählung der Stimmen gefordert. In dem wahlentscheidenden Staat lag Präsident George W. Bush zwar um über 100.000 Stimmen vor seinem Herausforderer John Kerry, wegen diverser Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung werden diese Zahlen von einigen Anhängern Kerrys aber angezweifelt. So wurden über 90.000 Stimmzettel für unlesbar und damit ungültig erklärt. Zudem bescherte ein fehlerhafter Computer Bush am Wahlabend fast 4.000 zusätzliche Stimmen.

"Willkommen in der Ukraine"

"Ich heiße euch willkommen in der Ukraine" sagte Susan Truitt, eine der Rednerinnen auf der Protestkundgebung, in Anspielung auf die am Freitag wegen Manipulationen für ungültig erklärte Präsidentschaftswahl in der ehemaligen Sowjetrepublik.

Nach Zahlen vom Freitagabend war der Vorsprung Bushs in Ohio mit 119.000 Stimmen geringer als direkt nach dem Wahltag geschätzt. Das inoffizielle Ergebnis vor einem Monat sah Bush mit rund 136.000 Stimmen vorn. Die Diskrepanz ergibt sich einerseits durch die erwähnte technische Panne, andererseits durch die nachträgliche Auszählung der im Ausland abgegebenen und der so genannten provisorischen Stimmen. Das endgültige Ergebnis für Ohio soll am Montag bekannt gegeben werden. (APA/AP)

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