26 Verletzte bei Anschlag in Kaschmir

10. Dezember 2004, 21:03
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Während Besuch des Präsidenten - Drei der Verletzten lebensbedrohlich verwundet

Srinagar/Islamabad - Bei einem Anschlag mutmaßlicher moslemischer Extremisten im indischen Teil Kaschmirs sind am Mittwoch mindestens 26 Zivilisten verletzt worden, drei davon lebensbedrohlich. Die Polizei teilte mit, Extremisten hätten im Süden der Unruheregion eine Handgranate auf eine Bushaltestelle geworfen. Zur Zeit des Anschlags besuchte der indische Präsident Avul Pakir Jainulabdeen Abdul Kalam Truppen im Norden Kaschmirs. Bei Zusammenstößen in Kaschmir wurden nach Angaben der Armee zwei Extremisten getötet.

Ungeachtet der indisch-pakistanischen Friedensverhandlungen kam es am Mittwoch erneut zu einem Raketentest. Die pakistanische Armee teilte mit, der Test der atomwaffentauglichen Rakete vom Typ Hatf-IV sei erfolgreich verlaufen. Das Nachbarland Indien hatte erst am Dienstag vergangener Woche eine Rakete vom Typ Akash gezündet, die Atomsprengköpfe tragen kann. Am Tag zuvor hatte Pakistan seine Mittelstreckenrakete vom Typ Hatf-III wieder ausprobiert. Indien und Pakistan führen seit Jänner Friedensgespräche.

Verhandlungen in Neu Delhi über eine Buslinie zwischen dem indischen und dem pakistanischen Teil Kaschmirs blieben nach Medienberichten ergebnislos. Die Gespräche wurden demnach auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Busverbindung ist als "vertrauensbildende Maßnahme" im Friedensprozess zwischen den beiden Ländern geplant. Indien und Pakistan streiten seit Monaten über Reisedokumente, die für einen Übertritt über die so genannte Kontrolllinie zwischen beiden Teilen Kaschmirs benötigt würden.

Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht 1947 drei Kriege gegeneinander geführt. Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen moslemische Extremisten für die Unabhängigkeit oder den Anschluss der Region an Pakistan. Bei dem zentralen Streitthema Kaschmir hat es in den Friedensgesprächen bisher keinen Durchbruch gegeben. (APA/dpa)

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    Drei der 26 Verletzten trugen lebensbedrohliche Verwundungen davon.

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