Christen drohen mit Selbstjustiz

7. Dezember 2004, 10:36
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Nach Anschlägen auf Kirchen in Bagdad und Mossul wurden 1.500 Bewaffnete in den Nordirak entsandt

Damaskus - Eine christliche Bewegung im Irak hat zum Schutz ihrer Glaubensbrüder mehr als 1.500 bewaffnete Mitglieder in den Norden des Landes entsandt. Die Assyrische Demokratische Bewegung reagiere damit auf die Anschläge auf Kirchen in Bagdad und Mossul im August und Oktober, sagte am Samstag der Führer der Gruppe, Jonadem Kana. Er äußerte sich in einem Interview am Rande eines dreitägigen Besuchs in Syrien. "Wir wollen unsere Bewegung nicht in eine Miliz umwandeln, aber wenn nötig können wir mehr als 10.000 Personen bewaffnen", sagte Kana.

Rund eine Million Christen im Irak

Im Irak leben knapp eine Million Christen, das entspricht einem Bevölkerungsanteil von nur drei Prozent. Seit einigen Monaten sieht sich die Minderheit zunehmend bedroht: Bombenanschläge auf Kirchen in Bagdad und Mossul kosteten im August 12 Menschen das Leben, rund 60 weitere wurden verletzt. Im Oktober wurden richteten fünf weitere Explosionen vor Kirchen in Bagdad teils schweren Sachschaden an. Nach Einschätzung der Behörden haben seit August bis zu 15.000 irakische Christen ihr Land verlassen. (APA/AP)

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