Islamische Glaubensgemeinschaft feiert 25 Jahr-Jubiläum

6. Dezember 2004, 15:56
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"Vorzeigemodell für Europa" - Imame-Konferenz geplant: Stellungnahme gegen Extremismus - Rund 339.000 Moslems leben in Österreich

Wien - Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich feiert kommende Woche ihr 25 Jahr Jubiläum. Seit 1979 ist die Glaubensgemeinschaft als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt. Staatlich anerkannte Religion wurde der Islam in Österreich allerdings schon 1912, vier Jahre nach der Annexion Bosnien Herzegowinas. Beim Festakt im Wiener Rathaus werden am Montag die Spitzen des Staates der mittlerweile drittgrößten österreichischen Religion die Ehre erweisen - allen voran Bundespräsident Heinz Fischer und Nationalratspräsident Andreas Khol.

Rund 339.000 Moslems leben in Österreich

Laut Volkszählung 2001 leben in Österreich rund 339.000 Moslems. Damit liegt der Islam nur noch knapp hinter den Protestanten (376.150), der zweitgrößten Glaubensrichtung nach den 5,92 Mio. Katholiken. Alle österreichischen Moslems sind automatisch Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, können sie aber auf Wunsch verlassen. Einen verpflichtenden Mitgliedsbeitrag gibt es nur für gewählte Funktionäre. Die Wahlen unter den Mitgliedern finden alle sechs Jahre statt.

"Vorzeigemodell für ganz Europa"

Die Organisation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Form eines Dachverbandes für alle Moslems in Österreich stellt aus Sicht ihres Integrationsbeauftragten Omar Al-Rawi ein "Vorzeigemodell für ganz Europa" dar. Denn damit sei ein offizieller Ansprechpartner für die Politik geschaffen worden, obwohl der Islam eigentlich ohne zentrale religiöse Institutionen auskomme.

Imame-Konferenz geplant: Stellungnahme gegen Extremismus

In den kommenden Wochen will Al-Rawi eine Konferenz der österreichischen Imame in Wien organisieren. Dabei soll eine klare Stellungnahme gegen Extremismus abgegeben werden. Als Vorbild nennt Al-Rawi die "Grazer Erklärung" vom Juni 2003. Darin bekannte sich die Konferenz muslimischer Imame in Europa zur Ablehnung von Gewalt, Fanatismus und Terror und forderte Europa auf, den "Islam als Bestandteil der europäischen Kultur sichtbar werden zu lassen".

Ein Termin für das österreichische Imame-Treffen steht noch nicht fest. Laut Al-Rawi soll es aber noch in diesem Jahr oder Anfang nächsten Jahres über die Bühne gehen. Er hofft, dass dazu bis zu 70 Vertreter der österreichischen islamischen Vereine nach Wien kommen. (APA)

  • Anas Schakfeh, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.
    foto: der standard/cremer

    Anas Schakfeh, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.

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