Handel zündet zweites Kerzerl an

6. Dezember 2004, 19:21
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Nach dem etwas schleppenden Start am ersten Advent­wochen­ende kommt das Weih­nachts­geschäft langsam aber sicher in die Gänge

Wien - Im Weihnachtsgeschäft scheint die Trendumkehr geschafft. Der zweite Advent-Samstag hat in Wien die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt: "Es war gestern deutlich besser, nämlich wesentlich mehr Frequenz als am ersten Samstag und auch mehr als voriges Jahr", betonte der Obmann der Sparte Handel in der Wiener Wirtschaftskammer (WKW), Fritz Aichinger, am Sonntag im Gespräch mit der APA. Er bestätigte damit die Ergebnisse einer WKW-Umfrage, die bereits am Samstag einen Aufschwung ausgewiesen hat.

"Wir sind sehr zufrieden", zeigte sich Aichinger über die Entwicklung erleichtert. Laut dem Wiener Handels-Obmann ist jedoch eindeutig noch Potenzial für weitere Steigerungen vorhanden - vor allem bei hochpreisiger Ware. Vorerst seien eher noch günstige Produkte gekauft worden, nämlich vor allem Geschenke für Kinder, berichtete Aichinger.

Laut dem WKW-Spartenobmann war der Nachmittag am Samstag um ein vielfaches besser als der Vormittag. Und eine weitere Verlagerung sei zu beobachten: Die Weihnachtseinkäufe werden häufig schon während der Woche erledigt. Auch hier gebe es deutliche Steigerungen gegenüber dem Vorjahr.

Donauzentrum mit "ausgezeichneter Frequenz"

Im größten Wiener Shopping-Center, dem Donauzentrum (DZ), zeigte man sich ebenfalls über die "ausgezeichnete Frequenz" erfreut. Laut Center-Manager Ingo Hödl waren vor allem Handys bzw. Elektronik-Produkte gefragt, gut verkauft haben sich aber auch Sportartikel und Mode. Ein Trend aus dem Vorjahr setze sich ebenfalls fort: "Wir verkaufen noch mehr Einkaufsgutscheine als im Vorjahr." Die Steigerung hier betrage rund 20 Prozent, so Hödl.

Auch der DZ-Manager sieht eine Verlagerung zu den Wochentagen. Vor allem der lange Einkaufs-Donnerstag ist demnach beliebt.

Für den Textilbereich hat die gestrige Umfrage der Kammer nicht ganz so gute Daten ausgewiesen. Laut Anfragen dürfte es aber zumindest keine Einbußen gegeben haben: Wie etwa Herbert Asamer von C&A berichtete, hat sein Unternehmen am zweiten Weihnachts-Einkaufssamstag die Ergebnisse vom Vorjahr erreicht. Der Wiener Raum - und auch Tirol - seien dabei besonders gut gelegen.

"Die Richtung stimmt", erklärte der C&A-Sprecher. Wichtig sei nun vor allem ein guter 8. Dezember. Große Bedeutung komme auch dem nächsten Wochenende zu - denn der dritte Einkaufssamstag sei traditionell der stärkste, betonte Asamer.

Salzburger Handel auf Vorjahresniveau

Der zweite Einkaufssamstag ist im Bundesland Salzburg zufrieden stellend verlaufen. In Summe bewege man sich auf dem Niveau des Vorjahres, erklärte der Geschäftsführer der Sektion Handel in der Salzburger Wirtschaftskammer, Helmut Eymannsberger.

Nach einer Trendumfrage der KMU Forschung Austria meldeten etwa die Hälfte der Unternehmer den gleichen Geschäftsverlauf wie im Vorjahr. Etwa ein Viertel der Betriebe spreche von besserem, ein weiteres Viertel von etwas schlechterem Verlauf als 2003.

Etwas höher als im Vorjahr liege die Kundenfrequenz bei Spiel-, Buch- und Papierwaren sowie bei Elektrowaren, Uhren und Schmuck, sagte Eymannsberger. De facto befinde man sich erst am Beginn des Weihnachtsgeschäftes. Immerhin würden österreichweit etwa 20 Prozent der Kunden erst Mitte Dezember damit beginnen, sich mit Weihnachtseinkäufen zu beschäftigen.

"Abgerechnet wird am Schluss"

"Da vergeht noch ein Wochenende, bevor viele überhaupt starten, Geschenke zu kaufen", sagte Eymannsberger. Spannend werde es am vierten Adventwochenende. Und dann gebe es noch fünf Arbeitstage, um Einkäufe zu erledigen: "Abgerechnet wird am Schluss."

Hohe Umsätze meldet das Salzburger Einkaufszentrum Europark. "Hält der Trend an, dann erwarten wir im Europark für das Weihnachtsgeschäft ein Plus zwischen zwei und drei Prozent", berichtet Center-Manager Christoph Andexlinger. Nach den Rekordumsätzen im vergangenen Jahr seien die neuerlichen Zuwächse sehr erfreulich.

Eine besonders starke Nachfrage ortet Andexlinger für hochwertige Digitalkameras, DVD-Rekorder, DVDs, CDs, Espressomaschinen, Textilien, hochwertige Weine, Uhren, Schmuck und Wintersportartikel. Beliebt sind auch Bücher und Spielwaren - insbesondere Brettspiele und technische Spielwaren. Andexlinger verzeichnete im Europark am gestrigen Einkaufssamstag rund 37.000 Besucher. (APA/red)

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