Kolumbiens Drogenbaron Rodriguez Orejuela an USA ausgeliefert

5. Dezember 2004, 14:33
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Ex-Chef des Cali-Kartells - Wegen Rauschgifthandels und -schmuggels sowie Geldwäsche vor Gericht

Bogota - Der einst mächtige Chef des Drogenkartells der kolumbianischen Großstadt Cali, Gilberto Rodriguez Orejuela, ist am Freitag an die USA ausgeliefert worden. Der 65-Jährige, der den Beinamen "Der Schachspieler" trägt, wurde auf dem Flughafen der Hauptstadt Bogota in Handschellen und unter Eskorte Beamten der US-Drogenpolizei DEA übergeben. Von dort wurde er in den US-Bundesstaat Florida gefolgen, wo er wegen Drogenschmuggels, Rauschgifthandels und Geldwäsche vor Gericht gestellt wird.

Die Auslieferung gilt als größter Erfolg der USA im Antidrogenkampf seit der Tötung von Orejuelas Konkurrenten Pablo Escobar vom Medellin-Kartell durch die Polizei fast auf den Tag genau vor elf Jahren. Gilbertos Bruder Miguel Rodriguez Orejuela sitzt ebenfalls im Gefängnis und auch ihm droht die Auslieferung an die USA.

Der dritte ehemalige Chef des bereits Mitte der 90-er Jahre zerschlagenen Cali-Kartells, Helmer Herrera, war 1998 im Gefängnis von einem Killer erschossen worden. Rodriguez Orejuela, der an einer Herzkrankheit leidet, beteuerte kurz vor seiner Auslieferung erneut seine Unschuld.

Rodriguez Orejuela war für seine Gewalttätigkeit verrufen und galt als "Chefmanager" des gefährlichsten und brutalsten Drogen-Kartells. Wahrscheinlich wird das Verfahren mit einer lebenslänglichen Haftstrafe enden. Sein Bruder Miguel sitzt in einem kolumbianischen Gefängnis ein.

In einem kürzlich von einem Magazin veröffentlichten Interview bekannte der Drogen-Boss, der sein Verbrecher-Imperium sogar noch aus dem kolumbianischen Gefängnis heraus lenkte, er habe "den inneren Frieden gefunden". Seine Gedanken seien bei seiner Familie, und seine Bestimmung liege "bei Gott".

70-Jähriger mit mehr als 500 Kilogramm Kokain festgenommen

Orejuelas Auslieferung durfte den Kokainexport in die USA jedoch kaum beeinträchtigen: Im Nachbarland Venezuela wurde ein 70-Jähriger mit 533 Kilogramm Kokain ertappt. Die Behörden nahmen den Mann an der Grenze zu Kolumbien fest, wie die amtliche Nachrichtenagentur Venpres berichtete. Das Rauschgift sei auf einem Lastwagen in Waschmittel-Packungen versteckt gewesen. (APA/dpa/Reuters)

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    Gilberto Rodriguez Orejuela wurde am Freitag US-Behörden übergeben.

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    Rodriguez Orejuela war für seine Gewalttätigkeit verrufen und galt als "Chefmanager" des gefährlichsten und brutalsten Drogen-Kartells in Kolumbien.

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