Spatenstich für zweite Röhre des Katschbergtunnels

10. Dezember 2004, 21:47
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"Nadelöhr" auf der Tauernautobahn wird beseitigt - Projekt kostet 88 Millionen Euro - Befürworter betonen steigende Sicherheit - Gegner fürchten Transitlawine

Rennweg - Vizekanzler Hubert Gorbach (F) nahm am Samstag den Spatenstich für den Bau der zweiten Röhre des Katschbergtunnels vor. "Das ist ein großer Tag für den Verkehr, für Salzburg, für Kärnten und für die Verkehrssicherheit", sagte der Infrastrukturminister. Die Landeshauptleute von Salzburg und Kärnten, Gabi Burgstaller (S) und Jörg Haider (F), betonten unisono die große Bedeutung des Tunnelbaus. Am Fuße der A 10 in Rennweg demonstrierten einige Dutzend Transitgegner, sie befürchten eine Verkehrslawine.

Mit dem Spatenstich für die zweite Röhre des Katschbergtunnels auf der Tauernautobahn wird 30 Jahre nach der Verkehrsfreigabe des Tunnels die Beseitigung eines Nadelöhrs im Nord-Süd-Verkehr in Angriff genommen. Verkehrspolitiker betonen die dadurch steigende Sicherheit, Transitgegner befürchten, ein ähnliches Schicksal zu erleiden wie die Anrainer der Brennerautobahn.

Am 5.439 Meter langen Katschbergtunnel wird rund drei Jahre lang gearbeitet werden, die Fertigstellung soll Ende 2007 erfolgen. Insgesamt sind für das Projekt 88 Mio. Euro veranschlagt. Die ersten 800 Meter des Tunnels sind übrigens schon fertig, sie wurden beim Bau der ersten Röhre bereits mitgegraben.

Ein Jahr später soll dann der Baubeginn für die zweite Röhre des Tauerntunnels beginnen, die Planungsarbeiten sind in vollem Gang. In der kommenden Woche soll bereits der Antrag für die so genannte Paragraf-4-Verordnung gestellt werden, mit der Genehmigung der Trasse ist im Frühjahr 2005 zu rechnen. Für den Bau werden rund 188 Mio. Euro aufgewendet.

Die Arbeiten an der 6.397 Meter langen zweite Röhre durch den Tauern werden etwas länger dauern, das liegt laut Asfinag an den schwierigeren geologischen Verhältnissen. Fertig soll die Röhre Anfang 2010 sein. Danach werden noch die alten Tunnel saniert, im Herbst 2010 soll schließlich die Autobahn von Villach bis Salzburg durchgehend zweispurig befahrbar sein.

Parallel dazu werden Umweltschutzmaßnahmen zwischen Seeboden im Bezirk Spittal und Hüttau im Salzburger Pongau getroffen. In drei Etappen sollen bis 2020 insgesamt 300 Mio. Euro investiert werden. Nach der Fertigstellung der beiden Tunnelröhren prognostizieren Experten ein Verkehrsaufkommen von mehr als 40.000 Fahrzeugen pro Tag, an Spitzentagen werden laut Asfinag bis zu 80.000 Fahrzeuge über die A 10 rollen. (APA)

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