Moskau reagiert vorsichtig auf Gerichtsentscheidung

6. Dezember 2004, 14:21
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Parlamentspräsident: Viele innere Probleme ans Licht gekommen

Moskau - Russland hat zurückhaltend auf die Entscheidung des Obersten Gericht der Ukraine reagiert. Die angeordnete Wiederholung der Stichwahl für den 26. Dezember beende die politische Krise im Nachbarland nicht, sagte der russische Parlamentsvorsitzende Boris Gryslow am Samstag in St. Petersburg. "Durch die Präsidentenwahl sind viele innere Probleme ans Licht gekommen, und bisher haben wir es noch nicht mit einer Lösung der politischen Krise zu tun, sondern sind nur auf dem Weg dorthin", sagte Gryslow nach Angaben der Agentur Interfax.

Einen Tag vor dem Richterspruch hatte sich der russische Staatschef Wladimir Putin dafür ausgesprochen, die Präsidentenwahl komplett zu wiederholen. Er hatte im Wahlkampf eindeutig auf den ukrainischen Ministerpräsidenten Viktor Janukowitsch gesetzt und ihm auch zu dem jetzt annullierten Wahlsieg gratuliert.

Der kremlnahe russische Politologe Sergej Markow sprach von einer faktischen Machtübernahme durch Oppositionsführer Viktor Juschtschenko in der Ukraine. "In Europa wird man erst gewählt und kommt dann an die Macht. Nur in asiatischen Ländern ergreift man erst die Macht und lässt sich dann wählen", sagte Markow. Er hatte im russischen Auftrag in der Ukraine Wahlkampf für Janukowitsch gemacht. (APA)

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