Fünf Bombenanschläge an Tankstellen in Madrid

4. Dezember 2004, 15:16
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Fünf Leichtverletzte - Telefonische Warnung im Namen der ETA

Madrid - Bei einer Serie von Bombenanschlägen auf fünf Tankstellen in Madrid haben mutmaßliche Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA am Freitag fünf Menschen leicht verletzt. Die Sprengsätze explodierten nahezu zeitgleich gegen 18.30 Uhr, wie die Polizei mitteilte. Der Sachschaden sei aber nur gering gewesen, hieß es. Lediglich einige Fensterscheiben seien zu Bruch gegangen.

Die Tankstellen konnten rechtzeitig evakuiert werden, weil ein anonymer Anrufer im Namen der ETA eine Stunde zuvor eine telefonische Warnung abgegeben und genau gesagt hatte, in welchen Tankstellen Sprengsätze deponiert seien. Die in Mistkübeln versteckten Bomben hatten nur geringe Sprengkraft. Unter den Verletzten befindet sich ein Polizist.

Verkehrschaos als Folge

"Die schwachen Bomben zielten darauf ab, vor einem langen Wochenende ein Chaos anzurichten", sagte der Präfekt von Madrid, Constantino Mendez, im Rundfunksender "Cadena Ser". Der kommende Montag und der Mittwoch sind Feiertage, und viele Madrilenen nützen diese Tage für einen Kurzurlaub. An den Ausfallstraßen der Drei-Millionen-Metropole bildeten sich kilometerlange Staus, und es kam zu einem Verkehrschaos, zumal sich die betroffenen Tankstellen an den wichtigsten Autobahnen der Region befinden.

In Madrid löste die Polizei Alarm aus. Mehrere Tankstellen wurden auf etwaige weitere Sprengsätze hin inspiziert. Zudem wurde eine Großfahndung eingeleitet.

In dem seit 36 Jahren andauernden Kampf der ETA für die Unabhängigkeit des Baskenlandes sind bisher mehr als 800 Menschen getötet worden. Zuletzt kamen im Mai 2003 zwei Polizisten bei einem Autobombenanschlag der Organisation ums Leben. Im Sommer hatte die ETA neun Bomben mit geringer Sprengkraft an Touristenorten in Nordspanien detonieren lassen; dabei wurden fünf Menschen leicht verletzt.

Mitte November explodierten zwei schwache Sprengsätze an einem Standort der spanischen Armee in den Pyrenäen. In der letzten Zeit war die Untergrundorganisation durch die Festnahme führender Mitglieder stark geschwächt worden. Die Bombenserie in Madrid war die spektakulärste Aktion der ETA seit Monaten. (APA/dpa)

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