Vorstand Wieltsch wiederbestellt

6. Dezember 2004, 13:47
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Der Aufsichtsrat der Staatsholding verlängerte den Vertrag bis Ende Juni 2006 - Seit 1. Mai 2002 ist Wieltsch ÖIAG-Vorstand

Wien - Der Aufsichtsrat der Staatsholding ÖIAG hat am Freitag Vorstand Rainer Wieltsch (60) wieder bestellt. Dies bestätigte ÖIAG-Aufsichtsratspräsident Alfred Heinzel der APA nach der heutigen Sitzung. Der bisherige Dreijahresvertrag von Wieltsch läuft mit 30. April 2005 aus. Sein Mandat wurde bis 30. Juni 2006 verlängert.

Der Beschluss erfolgte einstimmig, auch mit den Stimmen der Arbeitnehmervertreter.

Nachfolger von Johannes Ditz

Wieltsch managt seit mehr als zweieinhalb Jahren im Auftrag der Regierung die Privatisierung von Bundesbeteiligungen. In den Vorstand der ÖIAG war der gebürtige Oberösterreicher mit 1. Mai 2002 geholt worden. Wieltsch, vor seiner ÖIAG-Zeit IBM-Manager und Finanzchef des Tiroler Spanplatten- und Getränkekonzerns Egger, beerbte damals Johannes Ditz, der Ende 2001 vorzeitig aus dem ÖIAG-Vorstand ausgeschieden war.

Mit der jetzigen Verlängerung seines am 30. April 2005 endenden Dreijahresvertrags kann der 60-Jährige mit seinem Vorstandskollegen Peter Michaelis nun die restlichen anstehenden Privatisierungen für die Republik abarbeiten. Ende 2006 soll die ÖIAG aufgelöst und an ihrer Stelle eine Beteiligungsmanagement-Gesellschaft für Infrastruktur-Unternehmen (wie ÖBB, Post, OMV oder AUA) eingesetzt werden.

Aufsichtsrats-Chef bei OMV und AUA

Im ÖIAG-Vorstand ist Wieltsch für OMV, Austrian Airlines und voestalpine, aber auch die Bergbau-Beteiligungen des Bundes zuständig. Bei OMV und AUA sitzt er im Chefsessel des Aufsichtsrats. In der Post ist er Vize-Aufsichtsratschef, in der Telekom Austria (TA) und der VA Tech ist Wieltsch ebenfalls im Kontrollgremium vertreten, in der Voest ist er zweiter stellvertretender Aufsichtsratschef.

Diplom-Ingenieur Wieltsch, am 5. Juli 1944 in Schärding/Inn geboren, startete seine Karriere nach Abschluss des Maschinenbau-Studiums an der Technischen Universität Wien 1969 bei IBM in Wien als Verkaufsleiter. Sein weiterer Berufsweg führte ihn in das IBM-Headquarter nach Paris und anschließend in die Geschäftsführung von IBM-Osteuropa, ehe ihn der Computerriese in den 80er Jahren mit der Einführung des PC in Österreich betraute.

Finanzchef der Egger-Gruppe

Von IBM wechselte Wieltsch 1987 zum Holzwerkstoffhändler Frischeis in Stockerau (Niederösterreich), wo er den Geschäftsführerposten übernahm. 1992 heuerte er als Finanzchef bei der Egger-Gruppe in Sankt Johann (Tirol) an, einem österreichischen Familienunternehmen, das aus einem Holzwerkstoffkonzern und einer Getränkegruppe besteht. In seinen Aufgabenbereich als Finanzchef mit Schwerpunkt Finanzen und Controlling fielen damals unter anderem auch die Bereiche Logistik, Personal und Mergers & Akquisitions. (APA)

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