AOL- Zukunft von Gratis-Website abhängig

10. Dezember 2004, 10:30
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Time Warner entscheidet vorerst gegen einen Verkauf des Internetprovider

Der US-Internetprovider America Online (AOL) kündigt an, seine Gratis-Website mit neuen und erweiterten Inhalten aufzupeppen. Mit diesem Plan will Jonathan Miller, Geschäftsführer von AOL, die Einnahmen steigern und somit den vom Medienkonzern Time Warner geplanten Verkauf von AOL verhindern. Indem er Kostenkürzungen, die Einführung neuer Geschäftsbereiche und eine inhaltsreichere Version der Gratis-Website versprach, konnte Miller den Vorstand von Warner davon überzeugen, AOL vorerst nicht zu verkaufen.

Rückgang

Den Großteil seiner Einnahmen bezieht AOL über seine Abonnenten, deren Anzahl jedoch zurückging. Die Einnahmen fielen im dritten Quartal um drei Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Hingegen stiegen die Einnahmen aus der Werbung um 44 Prozent im gleichen Zeitraum als Folge der in den letzten Monaten stark florierenden Internetwerbung. Das Vorhaben auf der Gratis-Website mehr anzubieten wird sich jedoch als schwieriger Balanceakt erweisen. So müsse einerseits genügend Interessantes angeboten werden, damit die Frequenz auf der Homepage steigt, andererseits dürfen die zahlenden Abonnenten mit den Gratisservices nicht verärgert werden. Wenn dieser Balanceakt gelingt, so können die Abonnenten gehalten werden und sogar einige der Nutzer des Gratisangebots für ein AOL-Abonnement gewonnen werden, meint ein Sprecher von AOL.

Bekanntgabe

Einige Details der neuen Gratis-Website, die ab der zweiten Jahrehälfte 2005 an den Start gehen soll, sind bereits bekannt geworden. Unter den neuen Features soll es den kompletten Zugang zu einigen Time-Magazinen, wie Time, People oder Sports Illustrated geben. Weiters können User Börsedaten beziehen und aus einer eingeschränkten Version des Musikservice gratis Musik hören. Ein gratis E-Mail-Service soll das Angebot abrunden. (pte)

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