Nabelschnurblut als Behandlungsoption bei Leukämie

4. Dezember 2004, 16:00
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Stammzellen bieten vielversprechende Option

Cleveland - Stammzellen aus der Nabelschnur bieten jenen Leukämie-Patienten eine Überlebenschance, für die kein geeignetes Knochenmark vorhanden ist. Eine internationale Studie bestätigt, dass die Behandlung mit diesen Stammzellen für erwachsene Leukämie-Patienten eine vielversprechende Option ist.

Die Forscher werteten die Behandlungsergebnisse von etwa 500 Patienten im Alter von 16 bis 60 Jahren nach verschiedenen Arten von Transplantationen aus. Eine Gruppe der Teilnehmer erhielt Nabelschnur-Stammzellen, ein zweiter Teil bekam Knochenmark, das zum Eigenen komplett identisch war. Die dritte Gruppe schließlich erhielt Knochenmark, das zwar nicht vollständig mit dem Eigenen übereinstimmte, aber weitestgehend.

Beste Behandlungsergebnis bei Patienten mit identischem Knochenmark

Das beste Behandlungsergebnis wurde bei den Patienten erzielt, die identisches Knochenmark erhalten hatten. In dieser Gruppe überlebte jeder dritte Patient. In den beiden anderen Gruppen lag die Überlebensrate übereinstimmend bei 22 Prozent. Forschungsleiterin Mary Laughlin aus Cleveland sieht damit in der Stammzellen-Behandlung eine Alternative für jene Patienten, für die es kein geeignetes Knochenmark gibt.

Dies betrifft allein in den USA jährlich etwa 16.000 Menschen. "Das sind Hochrisiko-Patienten, die sich der Nabelschnurblut-Transplantation als letztem Ausweg unterziehen, um überleben zu können", sagte Laughlin dem "New England Journal of Medicine". "Ohne diese neue Therapie würde niemand von ihnen überleben."

Die Gewinnung von Nabelschnur-Stammzellen ist aus ethischer Sicht völlig unbedenklich, denn das in der Nabelschnur enthaltene Blut wird bislang meist nach der Geburt entsorgt. Das Blut lässt sich jedoch im Labor aufbereiten und konservieren. Auch in Deutschland gibt es mehrere Stammzellenbanken. (APA)

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