Frauenarbeitslosigkeit: AK fordert Umdenken in der Steuerpolitik

3. Dezember 2004, 13:39
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Frauen in Industrie, Fremdenverkehr und Handel besonders von Personalabbau betroffen

Linz - Ende November waren in Oberösterreich 11.884 Frauen beim Arbeitsmarkt-service (AMS) als arbeitssuchend vorgemerkt, dazu kommen 4.552 Frauen in Schulungen. Gegenüber November 2003 sind dies zusammen um fast 700 Frauen mehr, die vergeblich einen Arbeitsplatz suchen. Die Arbeiterkammer fordert eine neue Steuerpolitik, mehr Kinderbetreuungsplätze und bessere Qualifizierungsmaßnahmen.

Betroffene Bereiche

Neben Industriearbeitsplätzen, die für Frauen verloren gehen, sind es vor allem der Fremdenverkehr, der Handel und die Reinigungs-, Gesundheits- und Hilfsberufe, in denen die Frauenarbeitslosigkeit erheblich ansteigt. Branchen und Berufe, deren Entwicklung stark von der inländischen Nachfrage nach Konsumgütern abhängt.

Während die Exportwirtschaft inzwischen wieder gute Zuwächse verzeichnet, entwickelt sich der Inlandskonsum seit Jahren nur sehr schleppend. Der Grund dafür liegt im Zurückbleiben der kleinen und mittleren (Frauen-)Einkommen und der Belastungspolitik der letzten Jahre, welche die Kaufkraft dieser Einkommen noch zusätzlich schwächt.

ArbeitnehmerInnen werden dadurch immer mehr zu VerliererIinnen einer Wirtschafts- und Verteilungspolitik, die großen Unternehmen und Konzernen gigantische Steuerzuckerl schenkt und gleichzeitig die inländischen Wirtschaftskreisläufe aushungert", heißt es in der Ak-Pressemitteilung. Um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen sei eine Steuerpolitik nötig, die kleine und mittlere Einkommen deutlich entlastet und die Kaufkraft stärkt.

Rahmenbedingungen verbessern

Nötig sei auch, die Rahmenbedingungen für die Berufstätigkeit von Frauen zu verbessern und die Kinderbetreuungsangebote auszubauen. Denn die Zuwächse bei der Frauenarbeitslosigkeit sind in den ländlicheren Regionen deutlich höher, in diesen Regionen bestehen aber gleichzeitig die größten Lücken bei den Kinderbetreuungsangeboten. Die betroffenen Frauen sind dadurch in ihrer Mobilität erheblich eingeschränkt. Ein Ausbau der Betreuungsangebote würde zudem selber wieder eine Vielzahl von Arbeitsplätzen schaffen.

Nötig sei auch, den betroffenen Frauen zu besseren beruflichen Qualifikationen zu verhelfen – fast 46 Prozent der arbeitslosen Frauen haben nur einen Pflichtschulabschluss und keine Be-rufsausbildung. Dazu brauche es ordentliche Qualifizierungsangebote. (red)

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