VP- und SP-Jugend fordert Reformen und Wiedergutmachung

5. Dezember 2004, 14:28
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Die SJ fordert eine "Demokratisierung" des Bundesheeres und Interessenvertretungen für Grundwehrdiener und Soldaten

Linz - Auf die Folter-Affäre reagierten die Junge ÖVP und die Sozialistische Jugend (SJ) am Freitag in Presseaussendungen.

Für die Junge ÖVP verlangte deren Landesobmann Bundesrat Bernhard Baier eine rasche und lückenlose Aufklärung und Wiedergutmachung für die Betroffenen. Für die Sozialistische Jugend sah deren Vorsitzender Ludwig Dvorak Reformbedarf beim Bundesheer.

Baier stellte fest, die Video-Aufnahmen von der Rekrutenausbildung in der Kaserne Freistadt seien "erschütternd. Es ist schlichtweg ein Wahnsinn, wenn so etwas passiert". Neben der Aufklärung der Vorfälle sei es auch wichtig, die gedemütigten Rekruten miteinzubeziehen und ihnen geeignete Hilfe zur Bewältigung dieser Vorfälle zukommen zu lassen. "Es muss alles getan werden, um eine bestmögliche Wiedergutmachung zu erreichen".

Dvorak verurteilte zusammen mit dem oberösterreichischen SJ-Landesvorsitzender Michael Eibl die Misshandlungen von Grundwehrdienern durch Ausbildner in der Kaserne Freistadt aufs Schärfste. Es zeige sich - nach laufenden Skandalen weltweit - dass auch das österreichische Bundesheer einigen Reformbedarf habe, der in der jüngsten Kommission allerdings weitgehend unter den Tisch gefallen sei. Konkret fordert die SJ eine "Demokratisierung" des Bundesheeres und gewählte gesetzliche bundes- und landesweite Interessenvertretungen für Grundwehrdiener und Soldaten mit entsprechenden Durchgriffsrechten außerhalb der militärischen Befehlshierarchie.(APA)

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    Verteidigungsminister Günther Platter hat eine schriftliche Weisung an alle Soldaten ausgegeben, wonach die Übergriffe "unakzeptabel" seien und mit "voller Härte" dagegen vorgegangen werde

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