Amnesty-Generalsekretär Heinz Patzelt "schockiert"

8. Dezember 2004, 21:37
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Training in Foltermethoden wäre "menschenrechtlicher Skandal"

Wien - "Schockiert" über Video-Aufnahmen von der Rekrutenausbildung in der Kaserne Freistadt war amnesty-Generalsekretär Heinz Patzelt. Die Bilder hätten ihn an den Gefangenentransport der USA nach Guantanamo erinnert. Zur Frage, ob hier tatsächlich "Folter" vorliege, meinte Patzelt im ORF-Radio-"Mittagsjournal": Es möge sein, dass es nicht beabsichtigt war, die Betroffenen zu foltern - aber die Ausbildner hätten zu Maßnahmen gegriffen, "die in anderen Fällen Folter darstellen".

Für Patzelt stellt sich die Frage, was der Sinn dieser Ausbildungsmaßnahmen - einer inszenierten Geiselnahme mit körperlicher und psychischer Misshandlung - sein könne. "Will man Menschen trainieren in der Anwendung solcher Techniken, dann wäre das ein menschenrechtlicher Skandal." Und wenn es darum gehe, junge Wehrmänner gegen die Gefahr einer allfälligen Geiselnahme abzuhärten, sei doch die Frage, ob es nicht wirksamere Methoden gebe, die nicht derartig menschenverachtend wären. (APA)

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