Neues Verfahren verbessert Rheuma-Diagnose

10. Dezember 2004, 18:31
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Methode beruht auf Messung von Antikörpern im Blut, die sich gegen die Eiweißverbindung CCP richten

Berlin - Ein neuer Antikörpertest verbessert die Chancen, eine rheumatoide Arthritis frühzeitig zu erkennen. Während das bisher übliche Diagnoseverfahren - die Bestimmung des so genannten Rheumafaktors im Blut - nur bei rund 40 Prozent der Patienten das klassische Gelenkrheuma in einer frühen Phase sicher nachweisen könne, sei dies mit dem neuen Test in 50 Prozent der Fälle möglich, berichtet das Kompetenznetz Rheuma in Berlin. Dabei werden für rheumatische Erkrankungen typische Antikörper im Blut gemessen, die sich gegen die Eiweißverbindung CCP richten.

Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste unter den rund 450 Varianten der Volkskrankheit Rheuma. Rund 800.000 Menschen in Deutschland - und etwa 80.000 in Österreich - sind von dem chronisch-entzündlichen und unheilbaren Leiden betroffen, bei der sich die Gelenkinnenhaut verdickt und die Gelenke versteifen.

Störung des Immunsystems

Ursache ist meist eine schwere Störung des Immunsystems, das sich gegen die eigenen Gelenke richtet. Dabei wird nach und nach der Knorpel verzehrt und der darunter liegende Knochen beschädigt, was zu starken Schmerzen und Schwellungen führt. Im späteren Stadium kommen Deformationen hinzu sowie ein Verlust der Gelenkfunktion unter anderem in den Händen und Knien.

Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto effektiver lässt sie sich behandeln. Dagegen trifft eine verzögerte Therapie die Patienten doppelt, wie das Kompetenznetz am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum betont: "Die Wirksamkeit der Medikamente ist vermindert und Entzündungsprozesse greifen schon früh die Gelenke an - mit bleibenden Auswirkungen." Die Mediziner hoffen, dass sich der neue Test möglichst rasch in der täglichen Praxis durchsetzt. (APA)

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