Hamas stellt Waffenruhe in Aussicht

3. Dezember 2004, 20:17
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Verhandlungen mit Fatah darüber könnten kommende Woche beginnen

Gaza - Die radikal-islamische Hamas hat am Mittwoch ein Ende der Intifada in Aussicht gestellt. Mahmud Sahar, ein Hamas-Führer im Gazastreifen, sagte am Abend, Verhandlungen mit der palästinensischen Fatah-Bewegung über ein Ende der Anschläge gegen Israel könnten kommende Woche beginnen: "Wenn die Israelis ihre Angriffe gegen unser Volk einstellen, können wir ein endgültiges Abkommen erreichen." Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon sagte zuvor vor Journalisten, Israel werde Militäraktionen in den palästinensischen Gebieten einstellen, sollte die Ruhe Bestand haben.

Sahars Äußerungen folgten auf ein Treffen mit PLO-Chef Mahmud Abbas in Gaza-Stadt. Die Hamas hat ihre Anhänger zum Boykott der Präsidentschaftswahl am 9. Jänner aufgerufen. Während des Treffens mit Abbas signalisierte Sahar indes seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der neuen palästinensischen Führung, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete.

Während der mehr als vierjährigen Intifada verübte die Hamas Dutzende Selbstmordanschläge und andere Angriffe gegen Israel und seine Bevölkerung.

Eine Ende Juni 2003 von der Hamas einseitig ausgerufene dreimonatige Waffenruhe ("Hudna") scheiterte nach nicht einmal zwei Monaten. Das islamische Konzept einer zeitlich befristeten Waffenruhe reicht bis zu den Anfängen des Islam zurück. Der Prophet Mohammed hatte erstmals 628 in Mekka mit seinen Gegnern eine zehnjährige "Hudna" ausgehandelt. Zwei Jahre später annullierte Mohammed die Waffenruhe - und eroberte mit doppelt so vielen Anhängern die Stadt Mekka. (APA/AP)

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