Kurtologen freuen sich öfter

5. Dezember 2004, 16:48
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"Der Kurt sei in Pension und dort unabkömmlich" - Fans schlucken den mittlerweile etwas überstrapazierten Witz noch immer

Es mag ja sein, dass es Menschen gibt, die überzeugt sind, "Kurt Ostbahn - seid's vursichtig und losst's eich nix gfoin" (NP-Verlag) schon zu Beginn dieses Jahres präsentiert bekommen zu haben. Und zwar am Integrationsball im Wiener Rathaus. Aber weil da der Fotograf Lukas Beck und der Herausgeber Peter Hiess nicht dabei waren und von der allerersten Präsentation - die noch früher stattgefunden haben muss - nur überliefert ist, dass da sogar Professor Ostbahn nicht da war, wurde das Buch Mittwochabend zum dritten Mal der Gemeinde der "Kurtologen" vorgelegt. Freilich ließ sich der Ostbahnkurti auch in Richard Jursts Buchhandlung Antiquariat Buch & Wein quasi von Willi Resetarits vertreten: Der Kurt sei in Pension und dort unabkömmlich.

Essenz des Ostbahnkurti

Dass die Fans diesen mittlerweile etwas überstrapazierten Witz immer noch schlucken, kann nur Nichtkurtisten erstaunen. Die Essenz des Ostbahnkurti, belegten Hiess und Resetarits, sei schließlich stets der Hype gewesen: Konzerte, die nie stattfanden, sorgten dafür, dass jeder Wiener Szenegänger über Kurti- Erlebnisse zu berichten wusste, die so nie statt gefunden haben konnten - dem Ruf des Herrn Ostbahn aber halt entgegen kamen.

So gesehen passte die dritte Präsentation der Zusammenstellung dokumentarischer Texte und anderer Hymnen auf den letzten Workingclasshero des Austropop ins Kurt-Konzept. Sollte Kurti einmal beschließen, Pensionspause machen zu wollen, kann man das Buch ein viertes Mal präsentieren. (DER STANDARD Printausgabe 3.12.2004)

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