Schnee+Bretteln x 3

7. Februar 2005, 18:59
5 Postings

Hat eigentlich noch nie jemand überlegt, Gerda Rogers in die Moderatorenteams aufzunehmen?

Früher einmal war eine Skirennenübertragung eine Skirennenübertragung. Eine Abbildung der Wirklichkeit in einem oder - je nach Disziplin - zwei Durchgängen. Sprich: Das jeweilige Starterfeld haute sich den Hang runter, die Wedler ein paar Stunden später noch einmal. Die ersten drei hoben brav telegen und zur Zufriedenheit ihrer Ausstatter ihre Bretteln in die Höhe, grüßten Mama und Freundin via Mattscheibe, stellten sich aufs Stockerl - und die Sache war gegessen.

Der quasselnde Norwegerpulli Robert Seeger war zwar damals schon ein pädagogisch wertvolles Negativbeispiel, aber immerhin machte er am Schirm relativ schnell wieder Platz für Sendungen, die ohne Schnee und Holz auskamen. Heute wird dieselbe Sportart berichterstattungsmäßig locker auf die dreifache Zeit ausgedehnt.

Mittlerweile widmet man sich ausführlicher Vorberichterstattung, dann dem eigentlichen Wettkampf und lässt diesem dann etwas folgen, das man Analyse nennt. Die üblichen Rhetorikgiganten des Sports dürfen also nicht bloß einmal ins Mikro alphabetisieren, sondern im "Glücksfall" gleich dreimal.

Den Rest liefern die Moderatoren mit jahrelanger Routine, die zwar seit den Zeiten von, sagen wir Ingemar Stenmark und den Mahre-Zwillingen Phil und Steve, keinen neuen Terminus in ihren Wortschatz aufgenommen haben, sich dafür aber immer mehr aufs Gedankenlesen verlegen.

Hat eigentlich noch nie jemand überlegt, Gerda Rogers in die Moderatorenteams aufzunehmen? Wär auch schon egal. (flu/DER STANDARD, Printausgabe, 3.12.2004)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.