"Rassistisch oder wenigstens unappetitlich"

19. Februar 2005, 15:01
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Burschenschaft Olympia feiert Krampusfest und verteilt Einladungen auf der Uni- Teilnahme des umstrittenen Unirats Friedrich Stefan unklar

Wien - "Spaß mit rassistischen oder wenigstens unappetitlichen Männerwitzen". Das verspricht die Burschenschaft Olympia auf ihren Einladungen zum diesjährigen "Krampuskränzchen" am Samstagabend in Wien-Mariahilf. Neben jede Menge Sturm und Bier kündigt die Olympia auf den Flugblättern einen "unpolitischen Abend voller unreflektierter Vorurteile" an.

Bemerkenswert ist vor allem die Liste mit den unerwünschten Personen. Wer fremd im Lande, hässlich, fett oder krank sei - kurz "auf irgendeine Weise abnormal" -, ist nicht erwünscht. Frauen sind dagegen willkommen, allerdings nur soweit sie "schön und still" seien.

Dass der Flyer rassistisch und sexistisch sei, weist der Sprecher der Olympia (er möchte nicht genannt werden) im STANDARD-Gespräch zurück. "Auch wenn sich da vielleicht wer auf den Schlips getreten fühlt, solche Dinge muss man verkraften. Wir verkraften es ja auch, wenn man uns als Nazis beschimpft." Ausländer würden sich bei ihnen ohnehin nicht wohl fühlen, und wer die Sache zu ernst nehme, sei selbst schuld.

Ob auch die beiden prominenten Olympia-Mitglieder, der Notar Friedrich Stefan, der zu den vier von der Bundesregierung ernannten Vertretern im Universitätsrat Wien gehört, und sein Sohn Harald Stefan - er ist FPÖ-Landtagsabgeordneter in Wien - mitfeiern werden, bleibt unklar. Beide waren zu keiner Stellungnahme bereit. (and/DER STANDARD, Printausgabe, 3.12.2004)

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