Konkurrenz für Hofer: Bayrische Norma-Kette will nach Österreich

16. Dezember 2004, 13:46
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Test-Filiale in Mattighofen öffnet Anfang 2005 - Konzept: Hofer plus Textilabteilung

Wien - Österreich bekommt einen neuen Diskonter. Nach dem Pionier Hofer, der Tochter der Aldi-Kette, und Lidl betritt nun auch der bayrische Diskonter Norma österreichisches Terrain. Anfang 2005 soll die erste Testfiliale im oberösterreichischen Mattighofen eröffnen, schreibt die Tageszeitung "Kurier" in ihrer Freitag-Ausgabe. In Deutschland betreibt Norma schon mehr als 1.200 Filialen.

In Mattighofen rittern bereits die Mitbewerber Hofer, Lidl, Billa und Zielpunkt um die Gunst der Kunden. "Damit ist der Standort ideal, um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzeptes zu erproben", wird Armin Rehberg, Sprecher der Norma-Geschäftsleitung, zitiert. Vor einer allfälligen Expansion in ganz Österreich möchte Norma feststellen, ob die Idee angenommen wird. Norma sieht sich nicht als "absoluter Preiskiller", bei den tiefsten Preisen überlasst man Hofer das Feld. Dafür wird standardmäßig auch Kleidung angeboten.

Laut Schätzung des Marktforschers AC Nielsen erreichten die Diskonter Hofer und Lidl 2003 einen Anteil von knapp 19 Prozent am fast 15 Mrd. Euro Umsatz schweren heimischen Lebensmittel-Einzelhandel. Ihr Umsatz stieg zuletzt um geschätzte 17 Prozent. Einen Beitrag dazu leistet die Flächen-Expansion. So steigert Hofer heuer die Zahl der Filialen von 307 auf 340, Lidl hat schon rund 100 Läden.

Eigenmarkenstrategie

Als ein Erfolgsfaktor gilt die Eigenmarkenstrategie, wobei die Qualität mit anderen Marken mithalten können muss. Rund 95 Prozent der Hofer-Artikel sind Eigenmarken, während Neo-Mitbewerber Norma zu 25 Prozent klassische Marken anbietet. Ansonsten will sich Norma durchaus an Hofer orientieren, um die Kosten niedrig zu halten. Es gibt keine Feinkost-Abteilung mit Bedienung, keine TV- und Radiowerbung und ein Sortiment aus schnell verkäuflichen Produkten: Während Supermärkte wie Billa oder Spar rund 6.000 verschiedene Artikel führen, sind es bei Hofer rund 700, bei Norma 800.

Norma will auf die Vorlieben der Österreicher eingehen, etwa mit regionalen Artikeln. Auch damit folgt man Hofer. Burger: "Unser Frischfleisch kommt zu 100 Prozent aus Österreich."(APA)

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