Millionen Menschen versklavt und ausgebeutet

13. Dezember 2004, 11:53
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Anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Sklaverei ziehen ILO und UNO erschütternde Bilanz

Genf - Millionen Menschen sind heute nach Angaben der UNO weltweit versklavt. Anlässlich des internationalen Tages zur Abschaffung der Sklaverei am Donnerstag rief die UNO in Genf dazu auf, die Ursachen verstärkt zu bekämpfen und die Opfer zu schützen. Menschenhandel, Schuldknechtschaft, Ausbeutung durch Prostitution und Zwangsarbeit verletzen die grundlegenden Menschenrechte.

Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) werden weltweit jährlich 600.000 bis 800.000 Menschen Opfer von Menschenhandel. 80 Prozent von ihnen sind Frauen, und 70 Prozent dieser Frauen werden sexuell ausgebeutet.

Globalisierung und Ausbeutung

Traditionelle Formen von Zwangsarbeit, oft Schuldknechtschaft, gibt es vor allem in Brasilien, Indien, Pakistan und Teilen Afrikas. Laut ILO werden im Zeitalter der Globalisierung außerdem viele MigrantInnen mit fiktiven Arbeitsverträgen angeworben und dann verschiedenen Formen von Zwangsarbeit und Ausbeutung ausgesetzt.

"Es ist eine schreckliche Realität, dass heute Millionen Menschen noch immer versklavt sind", erklärten die VertreterInnen und Institutionen der UNO, darunter die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour. "Ohne Bekämpfung von Armut, sozialer Ausgrenzung, Unwissenheit, Analphabetismus und jeder Art von Diskriminierung kann die Sklaverei nicht ausgemerzt werden", so die UNO-VertreterInnen.

Bestehende Abkommen ratifizieren

Die UNO rief die Staaten auf, die bestehenden Abkommen zur Bekämpfung der Sklaverei zu ratifizieren, darunter das Protokoll zur Verhinderung von Menschenhandel, ein Zusatzdokument der Konvention zur Bekämpfung des internationalen organisierten Verbrechens. Die UNO-VertreterInnen riefen die Regierungen außerdem auf, ihre Verpflichtungen einzuhalten und die Sklaverei in all ihren Formen abzuschaffen. (APA/ag.)

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