Internationaler Tag zur Abschaffung der Sklaverei

4. Dezember 2004, 15:13
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UNO verurteilt Versklavung von Millionen von Menschen - Weltweit werden jährlich 600.000 bis 800.000 Menschen Opfer von Menschenhandel

Genf - Millionen Menschen sind heute nach Angaben der UNO weltweit versklavt. Anlässlich des internationalen Tages zur Abschaffung der Sklaverei am Donnerstag rief die UNO in Genf dazu auf, die Ursachen verstärkt zu bekämpfen und die Opfer zu schützen.

"Es ist eine schreckliche Realität, dass heute Millionen Menschen noch immer versklavt sind", erklärten mehrere Vertreter und Institutionen der UNO, darunter die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour. Menschenhandel, Schuldknechtschaft, Ausbeutung durch Prostitution und Zwangsarbeit verletzten die grundlegenden Menschenrechte, hieß es weiter.

Ursachen der Sklaverei bekämpfen

Seit die UNO-Generalversammlung das Jahr 2004 zum Jahr der Bekämpfung der Sklaverei erklärte, sei die Öffentlichkeit sensibilisiert für das Thema. Es sei jedoch weiterhin wichtig, die Ursachen der Sklaverei zu bekämpfen und die Opfer zu schützen.

"Ohne Bekämpfung von Armut, sozialer Ausgrenzung, Unwissenheit, Analphabetismus und jeder Art von Diskriminierung kann die Sklaverei nicht ausgemerzt werden", erklärten die UNO-Vertreter.

UNO-Mandat eines Berichterstatters über Menschenhandel

Sie erinnerten daran, dass die UNO-Menschenrechtskommission an ihrer letzten Jahressitzung das neue UNO-Mandat eines Berichterstatters über den Menschenhandel eingerichtet hat.

Weiter riefen sie die Staaten auf, die bestehenden Abkommen zur Bekämpfung der Sklaverei zu ratifizieren, darunter das Protokoll zur Verhinderung von Menschenhandel, ein Zusatzdokument der Konvention zur Bekämpfung des internationalen organisierten Verbrechens.

Die UNO-Vertreter riefen die Regierungen außerdem auf, ihre Verpflichtungen einzuhalten und die Sklaverei in all ihren Formen abzuschaffen.

600.000 bis 800.000 Menschen Opfer von Menschenhandel

Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) werden weltweit jährlich 600.000 bis 800.000 Menschen Opfer von Menschenhandel. 80 Prozent von ihnen sind Frauen, und 70 Prozent dieser Frauen werden sexuell ausgebeutet.

Traditionelle Formen von Zwangsarbeit, oft Schuldknechtschaft, gibt es vor allem in Brasilien, Indien, Pakistan und Teilen Afrikas. Laut ILO werden im Zeitalter der Globalisierung außerdem viele Migranten mit fiktiven Arbeitsverträgen angeworben und dann verschiedenen Formen von Zwangsarbeit und Ausbeutung ausgesetzt. (APA/sda)

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