Randa hat bereits zwei Angebote von Konzernen "größer als HVB"

16. Dezember 2004, 14:34
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Einzug in HVB-Aufsichtsrat fraglich - "Großbritannien ist interessant, das sind aber auch andere Länder" - In HVB "gegen Gummiwände gerannt"

Wien - Gerhard Randa, der vorzeitig seinen Sessel im Vorstand der bayerischen Bank Austria-Mutter HypoVereinsbank (HVB) räumt und im nächsten Mai auch als Aufsichtsratschef der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) abgelöst wird, kann sich seine Zukunft bei einer neuen Bank vorstellen. Er habe jedenfalls bereits Angebote von Konzernen, die weit größer seien als sein bisheriger Arbeitgeber HVB.

Randa (60) sollte, geht es nach den Vorstellungen der Bayern, nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand der HypoVereinsbank in deren Aufsichtsrat einziehen. Von den Gremien der HVB soll er jedenfalls für die Hauptversammlung am 12. Mai 2005 zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen werden. Gegenüber der APA war zuletzt aus dem BA-CA-Umfeld verlautet, dass ein Wechsel in den Aufsichtsrat nicht wirklich nach Randas Geschmack wäre.

Einzug in HVB-Aufsichtsrat fraglich

Entgegen der Meldungen aus der HVB lässt Randa in einem Interview mit dem neuen "Format" nun auch selber durchklingen, dass er dort nicht in den Aufsichtsrat wechseln wird: "Wir werden am Ende des Tages sehen. Vielleicht mache ich etwas, wo dann diese Aufsichtsratsfunktion nicht dazu passt."

"Werde nicht Briefmarken sammeln"

Er habe Angebote von größeren Bankkonzernen. "Ich werde nicht Briefmarken sammeln. Ich bekam diese Woche schon zwei Angebote - von Konzernen, die größer sind als die HVB."

Aufs Altenteil werde er sich jedenfalls nicht zurück ziehen. Ein paar Jahre lang wolle er seine Erfahrungen noch verwerten. Auf die Frage, ob er wieder eine Vorstandsposition annehmen wird, sagt Randa: "Ja, das ist gut möglich. Ich hänge mir jetzt nicht irgendein Consulter-Taferl um." Sein Arbeitsort werde künftig "wahrscheinlich nicht in Kontinentaleuropa" liegen - was dem Magazin zufolge nach Großbritannien klingt. "Großbritannien ist interessant", räumt Randa ein, "das sind aber auch andere Länder."

Investmentfonds in Fort Lauderdale

Randa hat auch ein Appartement in Florida. Zu diesem "Arbeitsort" befragt, meint Randa, "Wer weiß, in Fort Lauderdale gibt es große Investmentfonds. Ich werde mich sicher nicht nur an den Strand legen."

Am meisten Spaß würde ihm das Kundengeschäft machen. Er sei im Akquirieren auch nie schlecht gewesen, und er habe "sehr viele gute Kontakte". Ob die an ihn herangetragenen Angebote mit Kundengeschäft zu tun haben? "Es könnte in diese Richtung gehen. Das Kundengeschäft bietet die schnellsten Erfolgserlebnisse."

"Selbst gesteckten Kostenziele nicht erreicht"

Zu den Gründen seines Abgangs bei der HVB sagt Randa im "Format" selbstkritisch: "Ich habe die mir selbst gesteckten Kostenziele nicht erreicht." Als Ursache dafür gibt er aber die verkrusteten Strukturen in dem bayerischen Bankkonzern an: "Ich bin gegen Gummiwände gerannt. Ich dachte mir, mit meiner Erfahrung werde ich doch auch in Bayern Veränderungen bewirken können. Das ist aber nicht der Fall."

Er sei "ständig auf passiven Widerstand gestoßen. Mir ist es nicht gelungen, die Einstellung der Leute zu einem stärkeren Effizienz- und Ergebnisbewusstsein hin zu verändern. Ein neues Denken, eine Kulturveränderung: das habe ich nicht geschafft." Einen Machtkampf mit HVB-General Dieter Rampl habe er nicht verloren, "weil ich die Position des CEO in München nie angestrebt habe".

Nie habe er daran gedacht, HVB-Chef zu werden. "Ich will nicht mehr sieben Tage die Woche 14 Stunden hackeln. Wenn ich 40 wäre, würde ich das vielleicht anders sehen." Es würde ihm zwar immer besonderes Machtstreben unterstellt. "Aber ich lege keinen Wert auf irgendwelche Sterne auf der Schulter. Und wenn in Restaurants alle tuscheln 'Schau, da kommt der Randa', ist mir das nur lästig."

Für die BA-CA verbucht Randa indes schon eine "Erfolgsgarantie" für für sich: "Alles was wir mit der BA-CA hingestellt haben, geht schon auf meine Kappe." (APA)

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    Randa hat Angebote von größeren Bankkonzernen. "Ich werde nicht Briefmarken sammeln. Ich bekam diese Woche schon zwei Angebote - von Konzernen, die größer sind als die HVB."

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