"Süddeutsche" plant Kleinformat für junge Leser

20. Dezember 2004, 13:37
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Endgültige Entscheidung fällt in den nächsten Monaten - SZ schreibt wieder schwarze Zahlen

Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) arbeitet an der Herausgabe einer täglichen Ausgabe im kleineren Tabloid-Format für junge Leser. Die Tests seien gut verlaufen, die Gesellschafter müssten dem Projekt aber noch zustimmen, sagte SZ-Chefredakteur Hans- Werner Kilz am Donnerstag in München. Nach Angaben von Verlags-Geschäftsführer Klaus Josef Lutz soll eine Entscheidung spätestens im ersten Quartal 2005 fallen.

Arbeitstitel "SZ2"

Mit der möglichen Tabloid-Ausgabe, die derzeit noch den Arbeitstitel "SZ2" trägt, will der Verlag vor allem 14- bis 39-Jährige erreichen. Es sei auch eine Beilage innerhalb der "Süddeutschen" vorstellbar, sagte Kilz. Er deutete aber an, dass er eine tägliche Ausgabe im Tabloid-Format bevorzugt. Eine solche sei auch bereits getestet worden. Damit träte die Zeitung gegen Springers "Welt kompakt" und "News" von der Verlagsgruppe Handelsblatt an. Kilz betonte, dass die "SZ2" einen eigenen Stil haben und eine "Zeitung zum Lesen" sein solle.

Erholungskurs

Nach der Überwindung einer existenzbedrohenden Krise will der Süddeutsche Verlag seinen Erholungskurs mit weiteren neuen Projekten fortsetzen. Als erstes Ergebnis kommt an diesem Samstag mit einer Startauflage von 200.000 Stück das Magazin "Süddeutsche Zeitung Wissen" an die Kioske. Damit tritt man gegen die ebenfalls neue Zeitschrift "Zeitwissen" an, die seit Donnerstag erstmals erhältlich ist. "Wir sehen das sportlich", sagte Lutz. Nach Einschätzung des Verlags gibt es bei den Lesern ein großes Interesse an verständlich aufbereiteten Themen aus Wissenschaft, Medizin und Technik. Auch die Anzeigenkunden hätten positiv reagiert. Die Gewinnschwelle solle möglichst schnell erreicht werden, der Verlag rechnet mit einer verkauften Auflage von mindestens 100.000 Exemplaren. Das Magazin kostet vier Euro und soll etwa sechs Mal im Jahr erscheinen.

"Wir sind über den Berg und schreiben schwarze Zahlen"

Der Verlag, ihm gehören 49 Prozent am STANDARD, sieht sich derzeit auf gutem Wege. "Wir sind über den Berg und schreiben schwarze Zahlen", sagte Lutz. Der Konzern-Umsatz steige in diesem Jahr, im Geschäftsfeld "Süddeutsche Zeitung" legten die Erlöse sogar deutlich zu. Die Zuwächse seien auch der "SZ-Bibliothek" mit inzwischen schon 7,5 Millionen verkauften Büchern und der neuen CD-Reihe zu verdanken. Auch im Anzeigengeschäft gebe es positive Signale, zum Beispiel bei Stellen- und Marken-Anzeigen. Da die Strukturkrise aber weiter existiere, setze der Verlag verstärkt auf Zusatzerlöse. Für das kommende Jahr seien drei Projekte in der Pipeline. (APA/dpa)

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