EZB lässt Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert bei 2,0 Prozent

22. Dezember 2004, 11:33
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Besonderes Augenmerk auf Äußerungen von EZB-Chef Trichet zur jüngsten Euro-Stärke

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen in der Euro-Zone angesichts wachsender Unsicherheit über die Konjunkturaussichten und des begrenzten Preisauftriebs wie erwartet unverändert gelassen. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Schlüsselzins betrage weiter 2,00 Prozent, teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wird den Beschluss ab 14.30 Uhr MEZ vor der Presse in Frankfurt erläutern. Die Akteure an den Finanzmärkten werden besonders auf Äußerungen des EZB-Chefs zur jüngsten Euro-Stärke achten.

Schärferer Ton

Devisenexperten sagten, Trichet müsse nun einen schärferen Ton als bisher anschlagen, wenn er mit Worten den Euro-Aufwärtstrend aufhalten wolle. Nach einem unbestätigten Zeitungsbericht soll die EZB mit den Verantwortlichen in Japan bereits über gemeinsame Marktinterventionen gesprochen haben. Händler bezweifelten aber, dass die EZB ohne die USA, denen die Dollar-Schwäche als Konjunkturstütze gelegen kommt, handeln würde. Der Euro erreichte am Morgen ein neues Rekordhoch von 1,3383 Dollar und hat damit seit Anfang September knapp zehn Prozent zugelegt.

In Europa wächst die Sorge, der hohe Euro-Kurs werde die Exporte noch mehr dämpfen und damit die Konjunkturerholung beenden. Seit der Ratssitzung im November häuften sich bereits die schlechten Nachrichten über die Wirtschaftsaussichten. Eine Mehrheit der von Reuters zuletzt befragten 62 Bankvolkswirte rechnet deshalb mit einer Zinserhöhung erst im zweiten Halbjahr 2005. Vor einem Monat hatten viele noch auf die erste Jahreshälfte getippt.

Die Zentralbank ließ auch den Zinskorridor für den Geldmarkt unverändert. Die Sätze dafür betragen weiterhin 1,00 Prozent für Übernachteinlagen der Banken bei der EZB und 3,00 Prozent für Übernachtkredite. (APA/Reuters)

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