Spanien versus USA um Daviscup

3. Dezember 2004, 12:51
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Moya und Fish werden das Finale in Sevilla am Freitag vor Rekordkulisse eröffnen

Sevilla - Spanien und Rekordgewinner USA stehen einander von Freitag bis Sonntag im Finale des Daviscups 2004 gegenüber. Im "Estadio Olimpico" von Sevilla erhoffen die Gastgeber dabei einen Rekordbesuch von 26.600 Fans und damit die größte Kulisse bei einem offiziellen Tennis-Match. Nur der Geschlechter-Vergleich zwischen Billy Jean King und Bobby Riggs lockte 1973 mit gut 30.000 Fans in Houston noch mehr Zuschauer an.

"Ich werde mir sehr klein vorkommen, wenn ich vor so vielen Leuten spiele. Das kann man im Training nicht üben", meinte selbst der letztjährige US-Open-Sieger Andy Roddick, der stets regelmäßig das fast 24.000 Fans fassende Louis-Armstrong-Stadium in New York füllt.

Belag: langsame Asche

Eigens für das Daviscup-Endspiel ließ der spanische Tennis-Verband im Estadio Olimpico, 1999 Schauplatz der Leichtathletik-Weltmeisterschaften, einen langsamen Aschenplatz mit temporären Tribünen auf drei Seiten errichten. Außerdem steht auf einer Seite die Stadion-Tribüne zur Verfügung. Da werden Erinnerungen an das legendäre Duell Österreich - USA im Praterstadion wach, wo Thomas Muster, Horst Skoff und Alexander Antonitsch sich im September 1990 gegen Andre Agassi, Michael Chang, Rick Leach und Jim Pugh mit 2:3 geschlagen geben mussten.

In Sevilla wird auch das Dach über dem Court dringend gebraucht, weil das derzeit nicht gerade gute Wetter anhalten soll. Verhaltenen Zorn über die Ortswahl gab es in Madrid, das mit dem Finale gerne für seine Olympia-Kandidatur für 2012 geworben hätte, doch in der Höhenlage der Hauptstadt sollen Roddicks gefürchtete Aufschläge angeblich noch schneller sein.

Zumindest enttäuscht war am Donnerstag "König" Juan Carlos Ferrero, der ebenfalls zuschauen muss. "Das war eine Überraschung für mich", sagte Ferrero zurückhaltend. Ein Jahr nach dem knapp verlorenen Endspiel gegen Australien in Melbourne und einer enttäuschenden Saison mit vielen Verletzungen war Ferrero besonders motiviert. Kapitän Jordi Arrese bot jedoch Jungstar Rafael Nadal auf, der von einem "Schock" sprach.

Der 18-jährige Linkshänder bestreitet das zweite Einzel gegen Roddick. Zuvor (12:00 Uhr) eröffnen Carlos Moya und der Olympia-Zweite Mardy Fish das Endspiel. "Nachdem ich Grand-Slam-Sieger und Nummer eins war, ist der Daviscup das Einzige, was mir noch fehlt", sagte Moya vor dem fünften Finale mit spanischer Beteiligung.

Vor vier Jahren fehlte er verletzt beim bisher einzigen Daviscup-Triumph, zu dem Ferrero zwei Punkte gegen Australien beigesteuert hatte. Auf dem Weg dorthin gab es auf Sand einen 5:0-Heimsieg über die USA. Verhindern will dies diesmal auch Bob Bryan, der mit seinem leicht angeschlagenen Zwillingsbruder Mike am Samstag (16:00 Uhr) das Doppel gegen Nadal und Tommy Rebredo bestreiten soll. Kapitän Patrick McEnroe meinte dennoch: "Wir sind leichter Außenseiter."

Am Sonntag (Beginn 12:00 Uhr) stehen einander zum Abschluss zunächst Moya und Roddick sowie anschließend Nadal und Fish gegenüber. (APA/dpa)

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