Priester-Seminaristen bestätigen Zungenküsse und Beziehungen

2. Dezember 2004, 19:17
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Ehrenbeleidigungs-Verfahren gegen "profil": Zeugenaussagen belasten Erzieher Rothe und Küchl bisher schwer

Wien - Das Ehrenbeleidigungsverfahren, das der frühere Subregens des Priesterseminars St. Pölten, Wolfgang Rothe, und der Ex-Regens Ulrich Küchl gegen das Nachrichtenmagazin "profil" angestrengt haben, wurde am Donnerstag am Wiener Landesgericht fortgesetzt. Rothe und Küchl klagten "profil" wegen des Artikels "Trau dich doch" in der Ausgabe vom 12. Juli. Darin ist von homosexuellen Beziehungen im Priesterseminar die Rede.

Seminaristen bestätigten homosexuelle Beziehungen

Streitpunkt sind auch Bilder, die einerseits Rothe zeigen, wie er einem Seminaristen angeblich einen Kuss gibt und Küchl, wie er einem Seminaristen mit der rechten Hand auf die Geschlechtsteile greifen soll. Am heutigen Verhandlungstag stand die Vernehmung von zwei Zeugen auf dem Programm, die Küchl und Rothe schwer belasteten. Die zwei Seminaristen bezeugten vor Gericht, dass nicht nur der Ex-Regens und der frühere Subregens homosexuelle Beziehungen mit Seminaristen unterhielten.

Angebliches Verhältnis mit einem Alumnen

Als R. in das Priesterseminar gekommen sei, habe er bald erfahren, dass Küchl ein Verhältnis mit einem Alumnen habe. Die beiden seien sogar im Sommer gemeinsam nach Spanien gefahren, die Reise galt als "Versöhnungsurlaub" für das Paar.

Der Urlaub habe jedoch nichts genutzt, der Seminarist sei anschließend mit Rothe zusammen gekommen, so der Zeuge. "Das Spannungsverhältnis der beiden Vorgesetzten haben sogar die Studenten gespürt", meinte R.

Weihnachtsfeier

Er selbst habe diese Geschichte jedoch nur gehört, dass Zärtlichkeiten untereinander ausgetauscht wurden, habe er nur bei einer Weihnachtsfeier im vergangenen Jahr in den privaten Räumlichkeiten gesehen. R. sei mit vier Seminaristen dazu eingeladen gewesen. Nach dem Verlesen des Weihnachtsevangeliums und einigen Gebeten wurden Geschenke verteilt. Dabei seien dem Pärchen unter dem Alumnen Ringe von Rothe geschenkt worden.

Beziehungsringe

Auf diesen Ringen, die dann gesegnet wurden, waren laut R. die Initialen des Paares und das Beziehungsdatum eingraviert. Im Vorverfahren am 30. September erklärte Rothe, er habe allen fünf Anwesenden Rosenkranzringe geschenkt. R. sagte am Donnerstag jedoch vor Gericht aus, er habe keinen solchen Ring bekommen. "Das waren keine Rosenkranzringe. Das ist eine Lüge", so R.

Zungenküsse

Auf dem Fest seien auch immer wieder Zungenküsse zwischen den Pärchen ausgetauscht worden. Von dieser Feier stammt auch das Foto im "profil", das Rothe zeigt, wie er einem Seminaristen angeblich einen Kuss gibt. Die Behauptung Rothes, der Kuss sei als Austausch des Weihnachtswunsches wie es in Polen üblich sei zu sehen, sei für R. "totaler Blödsinn". Eine Umarmung Wange an Wange gebe es zwar in Polen. "Aber das waren ganz andere Küsse", sagte R.(APA)

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    Artikel und Bilder über das Priesterseminar St. Pölten waren der Auslöser für das Ehren- beleidigungs- verfahren gegen das Nachrichtenmagazin "profil", das der frühere Subregens des Priesterseminars Wolfgang Rothe, und der Ex-Regens Ulrich Küchl gegen das Nachrichtenmagazin "profil" angestrengt haben.

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