Tirol verlieh Paul-Flora-Preis 2004

3. Dezember 2004, 11:34
1 Posting

An Andrea Holzinger und Philipp Messner

Innsbruck - Der mit 10.000 Euro dotierte Paul Flora-Preis 2004 ist am Donnerstag an die in Innsbruck lebende Künstlerin Andrea Holzinger und den Südtiroler Philipp Messner verliehen worden. Der Preis wurde von der Tiroler Landesregierung aus Anlass des 80. Geburtstags von Prof. Paul Flora im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Die Wahl nimmt der Namensgeber der Auszeichnung persönlich vor.

Holzinger hatte ihr Akademiestudium 1992 bei Oswald Oberhuber in Wien abgeschlossen. Wie es in der Begründung hieß, habe sich Holzinger als Gestalterin einer reichen Bilderwelt, in der sich die Eindrücke der Außenwelt spielerisch und gekonnt mit Strategien einer persönlichen Handschrift verbinden, bereits bei zahlreichen Ausstellungen und Publikationen einen Namen gemacht. Das frische, lebhafte "Malenkönnen", das ihre aktuellen, technisch perfekten Fantasiebilder des Alltags auszeichne, könne vielleicht in eine Tradition eingereiht werden, der in den Vorgenerationen etwa Gerhild Diesner angehörte.

Philipp Messner aus St. Ulrich in Gröden hatte ebenfalls an der Akademie in Wien studiert und lebt in München. Wahrnehmungsthemen stünden im Mittelpunkt seiner Arbeiten, die deshalb zumeist projektartigen Charakter hätten. Die Bedingungen, unter welchen Zustände und Erscheinungen des täglichen Lebens wahrgenommen und als Bilder im weitesten Sinn rezipiert würden, böten dem Künstler viele Möglichkeiten, sie zu hinterfragen und gleichzeitig zu thematisieren. Sein bisher bekanntestes Projekt war der fiktive Bau eines Hauses an einem der wenigen unverbauten Hänge des heimatlichen Grödentales. Ein Digitaldruck auf PVC, der auf ein Baugerüst gespannt wurde, habe die gewohnte "Sicht der Dinge" verändert und neue Perspektiven eröffnet - in diesem Fall auch mit Umwelt- und Zersiedelungsrealitäten im Hintergrund. (APA)

Share if you care.