Die Pläne der Neuen Oper Wien

6. Dezember 2004, 21:35
posten

Zwei österreichische Erst- und eine Uraufführung unter dem Motto "ZwischenWelten"

Wien - Ihrem Namen wird die seit 15 Jahren bestehende Neue Oper Wien auch mit den ersten drei Produktionen für 2005 gerecht, die am Donnerstag der Presse vorgestellt wurden: Zwei österreichische Erst- und eine Uraufführung stehen auf dem ambitionierten Programm der Gruppe, deren Konzept und bisherige Arbeit gerade von der Wiener Theaterjury mit einer Empfehlung für eine vierjährige Konzeptförderung belohnt wurde. "ZwischenWelten" ist das Motto des Spielplans mit Kompositionen von Kurt Weill, Kurt Schwertsik, Christoph Cech und Peter Eötvös.

Zanella in Doppelfunktion

Gerade angelaufen sind die szenischen Proben für die erste Produktion im neuen Jahr. Am 20. Jänner 2005 wird im Wiener Jugendstiltheater ein Doppelabend mit Kurt Weills "Die sieben Todsünden" in der Choreografie von Renato Zanella und der österreichischen Erstaufführung von Kurt Schwertsiks Oper "Katzelmacher" (nach dem Theaterstück von Rainer Werner Fassbinder) in der Regie von Leo Krischke Premiere haben.

Zanella ist nicht nur als Choreograf, sondern auch in seiner Funktion als designierter Intendant der Wörthersee-Festspiele auf der Klagenfurter Wörthersee-Bühne mit der Neuen Oper Wien verbunden. Denn sein Festival ist Koproduktionspartner der Aufführung von Peter Eötvös' Oper "Le Balcon" (nach dem Theaterstück von Jean Genet), die in der Regie von Stephan Bruckmeier vom 5. bis 8. Juli 2005 im Burghof Klagenfurt zu sehen sein wird, bevor sie im Herbst nach Wien kommt.

Ebenfalls eine Koproduktion, in diesem Fall mit dem theaterforum Zürich, ist die Neuvertonung des "Orfeo"-Librettos von Alessandro Striggio. Die Vertonung von Claudio Monteverdi von 1607 gilt als die erste Oper der Musikgeschichte. Cech will nun den großen Bogen vom Ursprung des Musiktheaters bis in die Gegenwart spannen. Die musikalische Leitung dieser Uraufführung wird Walter Kobéra haben, die Regie liegt in den Händen von Gian Gianotti. "Es geht um einen Künstler, der zwischen den Welten wandelt, zwischen Illusion und Realität, Unter- und Oberwelt", erklärte Kobera das Thema der Produktion, die nach der Spielserie in Wien vom 14. bis 23. April 2005 im Jugendstiltheater als Gastspiel nach Holland gehen wird und später in die Schweiz.

Unklare Subventionshöhe

Natürlich freue er sich sehr über den neuen Subventionshorizont von vier Jahren, der eindeutig eine Verbesserung gegenüber den bisher üblichen Drei-Jahres-Förderungen darstelle, so Walter Kobera, Leiter der Neuen Oper Wien. Problematisch sei dagegen die Tatsache, dass bis zum heutigen Tag noch nichts über die Höhe der Subvention zu erfahren war. Auch habe kein Dialog zwischen Subventionsgeber und Theatermachern stattgefunden. (APA)

Share if you care.