1.500 Flusskrebse in der March

10. Dezember 2004, 18:41
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WWF hat die Schalentiere, die das ökologische Gleichgewicht aufrecht und die Gewässer rein halten, ausgesetzt

Marchegg - 1.500 Flusskrebse sind am Donnerstag von Mitarbeitern des WWF ins kühle Nass der March entlassen worden. Die possierlichen Schalentiere sorgen mit ihrer Anwesenheit in den Fließgewässern nicht nur für deren Reinheit, sondern auch für die Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts. Einst bevölkerten sie die heimischen Flüsse in Massen, doch die Krebspest zu Beginn des 20. Jahrhunderts hätte die Krebse fast vollständig ausgerottet.

"Aus Sicht der Veterinäre war die Krebspest die größte Seuche, die Europa jemals heimgesucht hat", so Josef Wedenig, Leiter des WWF-Naturreservates Marchauen. Die Umweltschutzorganisation ist seit fünf Jahren darum bemüht, die Flusskrebse in den Marchauen wieder anzusiedeln. Derzeit sind beide heimische Arten - "Astacus astacus" und "Astacus leptodaczylus" - auf der NÖ Roten Liste als stark gefährdet eingestuft.

Edelkrebse halten Gewässer rein

Edelkrebse fressen Laub genauso wie tote Fische und halten so die Gewässer rein", erklärte Wedenig. Andererseits ist ihre Brut wichtig als Fischnahrung. Sie fördern indirekt die Fischpopulation. Auch der Fischotter schwört auf Flusskrebse. Wedenig: "Wir hoffen daher auch seinen Bestand im Reservat wieder aufbauen zu können."

Bei der heurigen "Freilassung" handelte es sich bereits um die insgesamt vierte Aktion des WWF. Die erste war im November 1999 mit 5.000 Stück Edelkrebsen, gefolgt von zwei weiteren in den Jahren 2000 und 2001 mit ebenfalls je 5.000 Stück. 2005 und 2006 sind weitere Aussetzungen geplant. Ziel des WWF ist es, eine überlebensfähige Population zu schaffen. Denn einst machten die Flusskrebse rund 20 Prozent der tierischen Biomasse in den heimischen Fließgewässern aus. (APA)

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WWF

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    Ein männlicher Edelkrebs oder Europäischer Flusskrebs (Astacus astacus) krabbelt über eine Dachpfanne, die in der Zuchtanlage des Eifeler Biolgen Harald Groß den Tieren als Versteck dient. Der Biologe züchtet den Edelkrebs, um ihn später im Ahr-System wieder anzusiedeln.

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