Telstra-Chef kündigt Rücktritt an

9. Dezember 2004, 10:15
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Australischer Telekomkonzern steht vor Privatisierung

Der CEO des australischen Telekomkonzerns Telstra , Ziggy Switkowski, wird spätestens am 1. Juli 2005 und damit zwei Jahre vor dem eigentlichen Vertragsende seinen Hut nehmen. Darüber hätten sich Aufsichtsrat und Switkowski geeinigt, berichtet der Branchendienst AustralianIT heute, Mittwoch. Laut Aufsichtsratsvorsitzendem Donald McGauchie soll mit der Suche nach einem Nachfolger unverzüglich begonnen werden. Sollte der neue CEO bereits vor Juli feststehen, beschleunige das den Abgang Switkowskis, so McGauchie.

Nach Angaben des Wall Street Journals (WSJ) steht der frühzeitige Rücktritt Switkowskis in direktem Zusammenhang mit der geplanten Privatisierung des Telekomkonzerns. Derzeit hält der australische Staat noch 51,8 Prozent an Telstra, will sich diesen Anteil aber spätestens 2006 mit Erlösen von bis zu 30 Mrd. Australische Dollar (17,4 Mrd. Euro) vergolden lassen. Bisher war die völlige Privatisierung des einstigen Staatskonzerns am Widerstand der sozialdemokratischen Opposition gescheitert, die das Oberhaus dominiert hatte. Bei den Wahlen im Oktober dieses Jahres hat die Mitte-Rechts-Regierung aber die Kontrolle über beide Häuser gewonnen, so dass der Telstra-Privatisierung nichts mehr im Wege stehe, schreibt das WSJ.

Obwohl Switkowski den Telekomkonzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 (30. Juni 2004) zu Rekordgewinnen und einem leichten Umsatzwachstum geführt hatte, stand der Telstra-Chef immer wieder in der Kritik der Investoren. Ihm wird vor allem der fehlgeschlagene Expansionskurs Richtung Asien zum Vorwurf gemacht. Außerdem kämpft der Konzern mit rückläufigen Marktanteilen. Switkowski erhält eine Abfindung von 2,1 Mio. Australische Dollar (1,2 Mio. Euro) und weitere Zahlungen im Falle eines früheren Abgangs.(pte)

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