Gemeinschaftswährung mit Berg- und Talfahrt

5. Dezember 2004, 20:09
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Am Abend mit 1,3284 Dollar leichter

Frankfurt - Der Kurs des Euro hat am Donnerstag zeitweise einen neuen Rekordwert erreicht. Nachdem der Eurokurs im Vormittagshandel den Höchststand von 1,3383 US-Dollar markiert hatte, sank er im Nachmittagshandel auf 1,3290 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3314 (1,3294) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7511 (0,7522) Euro. Gegen 18 Uhr kostete die europäische Einheitswährung 1,3284 Dollar.

Aussagen von EZB-Notenbankchef Jean-Claude Trichet bewegten den Devisenmarkt jedoch kaum. "Trichet hat keine Signale für groß angelegte Devisenmarktinterventionen gegeben", sagte Folker Hellmeyer, Devisenexperte von der Bremer Landesbank. "Verbale Disziplin" sei bezüglich der Wechselkurse das "Wort der Stunde", hatte Trichet gesagt. Allerdings seien die jüngsten Wechselkursschwankungen "nicht zu begrüßen".

"Politik der ruhigen Hand"

Laut Hellmeyer praktiziert die EZB derzeit "eine Politik der ruhigen Hand". Diese Politik sei auch durchaus angemessen. "Der Eurokurs ist derzeit keineswegs überbewertet. Er liegt nur rund 13 Cent über dem Kurs bei seiner Einführung." Zudem machten die hohen Defizite der USA im Staatshaushalt und in der Leistungsbilanz eine weitere Abwertung nötig.

Der Rückgang des Kurses im Nachmittagshandel dürfe nicht überbewertet werden, sagte Hellmeyer. Es handle sich lediglich um eine kurzzeitige Korrektur. Die jüngsten "durchwachsenen Konjunkturdaten" aus den USA stützten den Dollar nicht.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6891 (0,6916) britische Pfund, 136,78 (136,83) japanische Yen und 1,5268 (1,5200) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 454,20 (452,85) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 10.980 (10.915) Euro. (APA/dpa)

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