Kontakt zu Satellit "Americas-7" dauerhaft verloren gegangen

10. Dezember 2004, 18:23
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Abgesehen vom Ausfall des Playboy-Channels wird die Panne vor allem wirtschaftliche Konsequenzen haben

Washington - Der Satellitenbetreiber Intelsat Ltd. hat am Wochenende einen Kommunikations-Satelliten "verloren": Durch ein technisches Gebrechen, eine Art Stromausfall, ging der Kontakt zum Satelliten "Americas-7" dauerhaft verloren. "Americas-7" hatte Nordamerika, Hawaii, Mittelamerika und Teile von Südamerika mit Daten versorgt. Die auf den Bermudas angesiedelte Gesellschaft Intelsat hatte seit 1972 keinen Satelliten verloren.

Infolge des Ausfalls verloren unter anderem rund 20.000 Internet-User von Starband Communications ihren Anschluss. Auch der "Playboy Channel" fiel aus. Die meisten betroffenen Kunden sind nach Angaben des Unternehmens auf bestehende Satelliten umgeleitet worden. Laut Berichten in US-Medien war "Americas-7" nicht versichert. Der nun ausgefallene Satellit war 1999 von Loral Space & Communications Ltd. gestartet und erst heuer von Intelsat angekauft worden.

Die Panne könnte den Verkauf von Intelsat an das Investoren-Konsortium Zeus Holdings Ltd. gefährden. Gemäß einer im August veröffentlichten Vereinbarung zur Übernahme bestehe für diesen Fall die Möglichkeit zum Rücktritt. Intelsat wurde 1964 durch ein Konsortium von 147 Nationen gegründet und 2001 privatisiert. Die US-Gesellschaft Lockheed Martin hält 24 Prozent der Anteile, France Telekom und VSNL (Indien) jeweils fünf Prozent. Intelsat besitzt 28 eigene Satelliten und least die Kapazitäten von zwei weiteren. (APA)

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