OMV holt sich eine Milliarde von der Börse

16. Dezember 2004, 13:45
2 Postings

Um den Petrom-Deal und weiteres Wachstum zu finanzieren, stockt die OMV ihr Kapital kräftig auf - Petrom-Integration könnte über fünf Jahre dauern

Wien - Für den 1,5 Mrd. Euro schweren mehrheitlichen Erwerb der rumänischen Petrom und zur Stärkung der Kapitalbasis für sein weiteres Wachstum holt sich der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV rund eine Milliarde Euro am Kapitalmarkt.

Am Donnerstag startet eine umfangreiche Kapitalerhöhung mit der Ausgabe von drei Mio. Jungaktien und zwei Mio. Bonds. Das ist die bisher größte Einzelemission an der Wiener Börse.

ÖIAG und IPIC ziehen nicht mit

Die OMV-Hauptaktionäre, ÖIAG und saudi-arabische IPIC, ziehen nicht mit. Ihr gemeinsamer OMV-Anteil sinkt so von 54,6 auf 49,1 Prozent. Der Ausgabepreis soll am 17. Dezember publiziert werden, die Erstnotiz ist für 22. 12. geplant.

OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer sagte, man habe sich zu diesem Schritt entschlossen, "um die Petrom zumindest teilweise aus dieser Kapitalerhöhung zu finanzieren und die OMV als finanziell stärkstes Unternehmen in Mitteleuropa zu positionieren".

1,5 Milliarden Euro für Petrom

Der Preis für 51 Prozent der Petrom steht nun mit exakt 1,499 Mrd. Euro fest: Der Kaufpreis für 33,34 Prozent beträgt 669 Mio. Euro, 830 Mio. gehen für eine Kapitalerhöhung auf, mit der die OMV ihren Petrom-Anteil auf 51 Prozent erhöht. 40,74 Prozent behält der rumänische Staat, 2,03 Prozent werden der Osteuropa-Bank EBRD gehören, 6,23 Prozent im Streubesitz stehen.

Bis bei der Petrom-Integration in die OMV westliche Benchmarks erreicht sind, wird es laut Ruttenstorfer länger als fünf Jahre dauern. In den nächsten Jahren werde die OMV 300 bis 400 Mio. Euro jährlich in Rumänien investieren.

Mit Petrom (nach dem geplanten Telekom-MobilTel-Deal um 1,6 Mrd. Euro ist das Österreichs zweitgrößter Auslandsdeal) steigt die Anzahl der OMV-Stationen von 1800 auf knapp 2400. Die tägliche Fördermenge der OMV steigt von 119.000 Barrel Öläquivalent pro Tag auf rund 330.000. (APA, red, DER STANDARD Printausgabe, 02.12.2004)

Share if you care.