Es war ein gutes Jahr

1. Dezember 2004, 19:30
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Satter Umsatzgewinn nach der vierten Auktionswoche im Wiener Dorotheum

Wohltuender Saisonausklang: Mit der vierten Auktionswoche sicherte sich das Dorotheum wenige Wochen vor dem Ende des Geschäftsjahres noch einen satten Umsatzgewinn.


Wien - Die Steigerung im Vergleich zu 2003 ist mit fast einer Million Euro bezifferbar: Damals belief sich der Bruttoumsatz der vierten Auktionswoche im Dorotheum auf 6,29 Millionen Euro - 2004 klingelten die Kassen Ende vergangener Woche bei fast 7,12 Mio. Euro. Mit 1,9 Millionen € netto schafften Gemälde des 19. Jahrhunderts eine Steigerung um fast 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1,08 Mio. €).

Die höchsten Zuschläge beliefen sich auf 260.000 Euro Waldmüllers Zuflucht vor dem nahenden Gewitter (1832) sowie auf herausragende 280.000 Euro für Theodor von Hörmanns Lederertal bei Znaim. In der Sparte Klassische Moderne und zeitgenössische Kunst blieb das Gros der Internationalen im Bereich der Limits hängen: Die notwendigen 55.000 Euro schafften gerade noch l Noldes Berglandschaft (60.000/ 80.000) und Dubuffets Visite du domaine (55.000/65.000).

Den höchsten Zuschlag des Abends vergab man an einen Bieter aus Übersee, der Schieles Sitzendes Mädchen (1918) für 120.000 Euro importierte. Mit einem Nettoumsatz von 1,69 Millionen blieb man hier unwesentlich hinter dem Ergebnis von 2003 zurück (1,73 Mio. €). Die deutlichsten Einbußen gab es in den Sparten der angewandten Kunst. Zum Auftakt sanken Umsatz und Verkaufsquote in der Sektion Silber um mehr als zehn Prozent - mit 64 Prozent setzte das Dorotheum exakt 537.000 Euro (2003: 74 Prozent, 597.000 €) um.

Zumindest hinsichtlich des höchsten Zuschlages konnte man sich über eine vernehmliche Erhöhung freuen. 2003 war dieser für einen Gläserkühler bei 15.000 Euro gelegen, aktuell hinterlegte ein britischer Bieter herausragende 70.000 Euro für einen Prunktafelaufsatz. Über den Großen Teich wechselte eine mit Diamanten besetzte Schminkdose aus dem Hause Fabergé entgegen den Erwartungen erst bei 11.000 Euro (3000/5000 €). In der Sparte Möbel sorgten Kommoden als Stimmungsmacher. Darunter für 26.000 Euro ein Salon-Paar in neapolitanischem Spätbarock. Mit einer Absatzquote von 49 Prozent spielte man hier einen Nettoumsatz von 378.000 Euro ein. Mit etwa neun Prozent blieb das Jugendstil-Ergebnis mit 534.000 Euro hinter dem Vorjahresergebnis zurück (588.000 €). Besonders stark erwies sich die heimische Nachfrage: Sowohl für die Varieté-Tänzerin der Keramikkünstlerin Vally Wieselthier erwärmte man sich mit 48.000 Euro weit über der Taxe (4000/6000 €) als auch für die mit Halbedelsteinen verzierte Hoffmann-Brosche bei 40.000 €.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.12.2004)

Von
Olga Kronsteiner
  • 48.000 Euro, das Zehnfache der Erwartungen, war einem Verehrer Vally Wieselthiers Tänzerin wert.
    foto: dorotheum

    48.000 Euro, das Zehnfache der Erwartungen, war einem Verehrer Vally Wieselthiers Tänzerin wert.

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