Chinesische Studios versus Pixar & Co

9. Dezember 2004, 10:17
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Geringe Produktionskosten und Hightech als Wettbewerbsvorteile

Die chinesischen Trickfilmstudios sind die künftigen Konkurrenten von Pixar und Disney. Die "Global Digital Creations"-Holding (GDC) wird Anfang nächsten Jahres ihren ersten Computer-animierten 3D-Film "Thru the Moebius Strip", ein Science-Fiction-Abenteuer, auf den Markt bringen, berichtet die New York Times. Das kreative Team in der Entwicklung liest sich wie das Who-is-Who der Branche. Frankreichs berühmtester Comic-Zeichner, Jean Giraud, zeichnet für die Idee der Geschichte verantwortlich und war auch bei Produktionen wie "Alien", "The Abyss" und "The Fifth Element" dabei. Zusätzlich ist der ehemalige Multimedia-Vize von Sony Pictures, Frank Foster, als Producer bei dem Projekt tätig. Bei GDC wird ein schneller Erfolg in dem stark umkämpften Markt jedoch nicht als Priorität gesehen.

Reputation

In den nächsten fünf bis zehn Jahren soll nicht nur auf der Produktionsseite sondern auch auf der kreativen Seite eine Reputation aufgebaut werden. Durch die geringen Entstehungskosten erhoffen sich die Chinesen, den Markt gehörig aufzumischen. "Thru the Moebius Strip" wurde mit einem Budget von 20 Mio. Dollar produziert. Bei Pixar verschlingt ein Film jedoch gleich an die 80 Mio. Dollar.

Taiwan, Südkorea und die Philippinen versuchen sich ebenfalls

China ist nicht das einzige Land, wo mit fortgeschrittener Computer-Technologie und geringen Arbeitskosten der Zugang zum Trickfilm-Olymp angestrebt wird. Taiwan, Südkorea und die Philippinen versuchen sich bereits seit einigen Jahren in diesem Segment. Experten bescheinigen Indien jedoch aktuell die besten Chancen, den internationalen Aufstieg zu schaffen.

Lange Tradition

Das Animations-Business kann in China auf eine lange Tradition seit den 1920er Jahren zurückblicken. Neben GDC gibt es noch das Shanghai-Animation-Film-Studio, das Vorstöße in die gleiche Richtung unternimmt. Der Fokus der chinesischen Trickfilm-Industrie liegt auch nicht auf den USA. Zuerst sollen Franchise-Abkommen in Asien und Europa abgeschlossen werden. Aufgrund einer realistischen Selbsteinschätzung wissen die Chinesen auch, dass sie ausländische Konkurrenz nicht so schnell überrundet werden kann. Die chinesischen Investoren zeigen sich jedoch zuversichtlich und erwarten den globalen Durchbruch der Animationsindustrie. "Und am Schluss ist der Konsument derjenige, der über das Produkt entscheidet", so ein Verantwortlicher bei GDC. (pte)

  • Es muss nicht immer von Pixar sein - wie "The Incredibles"

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