Volksidentität - Kommentar von RAU

31. Mai 2005, 11:45
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Wieso sind die finnischen Kinder so viel besser als alle anderen?

Vorliegend eine Aussendung des Unterrichtsministeriums: "Selbst nach der Reduktion der Pflichtstunden (Streichung von Mathematik, Deutsch, Musikerziehung, Turnen – zur höheren Ehre des Nulldefizitlers Karl-Heinz – Anm.) haben Österreichs Schülerinnen und Schüler deutlich mehr Unterrichtsstunden im Jahr als ihre finnischen Kollegen." Na bitte!

Was soll dieses ewige Herumraunzen? Allerdings: Wieso sind dann die finnischen Kinder in der Pisa-Studie so viel besser als alle anderen und warum sind dann die Österreicher dramatisch abgestürzt, nicht nur im Lesen, sondern auch in Mathematik und Naturwissenschaften?

Erstens doch wegen der Streichungen, sagt der Rektor der Technischen Universität Wien, Skalicky. Das wirke demotivierend.

Zweitens, weil Naturwissenschaften hier zu Lande nichts gelten. Wird man ihm nicht ganz widersprechen können. Zumal ein hoher finnischer Bildungsfunktionär auch auf den mentalitären Aspekt aufmerksam macht: In Finnland ist Bildung "traditionell hoch angesehen, ja Teil der Volksidentität". Also nicht irgendwie verdächtig wie anderswo. Weil man so arm war, habe man mit aller Kraft auf Bildung gesetzt. Also die Zukunft massiv dotiert und nicht gekürzt. (DER STANDARD, Printausgabe, 2.12.2004)

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