"Bode ist der klare Favorit" im Super G

2. Dezember 2004, 19:23
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Teil eins der Revanche Hermann Maiers am Donnerstag in Beaver Creek - Grünes Licht für Fritz Strobl - Matt statt Mayer im RTL

Beaver Creek - Der Super G am Donnerstag (19:00 MEZ, live ORF1) ist gleichzeitig Teil eins der angekündigten Revanche von Hermann Maier in Beaver Creek. Der Salzburger ist mit 20 Siegen der König in dieser Disziplin. Doch der Salzburger, der nur noch im positiv sportlichen Sinn ein Herminator sein will, sieht vorerst kein echtes Duell Maier gegen Miller. "Bode ist der klare Favorit hier. Er ist schon in Topform, ich noch nicht. Das einzig beruhigende ist, dass ich trotzdem so knapp dran bin."

Müder Miller

Teil eins des Ballyhoos zwischen den beiden Ski-Superstars spielte sich freilich getrennt ab. Während Maier nach dem freien Befahren der Strecke am Dienstag in der Bibliothek des Hyatt Regency über seine Erwartungen plauderte, hatte Miller den ersten Skitag auf der Raubvogelpiste wortwörtlich verschlafen. Typisch Miller also.

Erst am späteren Nachmittag deponierte er einige Hotels weiter seine Sichtweise des ersten von drei Showdowns zwischen ihm und dem Österreicher. "Hermann ist sicher nicht so weit hinten wie er sagt. Und Ausreden hat er nicht notwendig," so der überlegene Weltcup-Leader, der zudem seinen mit österreichischen Ski (Atomic) und Sponsor (Red Bull) fahrenden Landsmann und Vorjahres-Sieger Daron Rahlves stark auf der Rechnung hat.

Mit Rahlves teilt sich Miller bekanntlich ja auch den ehemaligen Eberharter-Servicemann Tom Bürgler. Der Salzburger ist für viele der entscheidende Mann hinter den jüngsten Miller-Erfolgen, denn dessen in einem simplen Ringbuch festgehaltener Daten-Schatz ist vermutlich weit wichtiger als die Frage, wer denn jetzt wirklich mit den ehemaligen Eberharter-Latten herumkurvt.

Maier "brennheiß"

Man kann aber davon ausgehen, dass Maier speziell im Super G "brennheiß" ist, auch wenn in den kommenden Tagen minus 20 Grad prognostiziert sind. "Die Abfahrt in Lake Louise hat er hingenommen, aber nach dem Super G war er richtig verärgert", erinnerte sich Herrenchef Toni Giger. Der das durchaus beruhigend findet, denn Emotionen machen scharf.

Das findet auch Maier, auch wenn ihn seine anhaltende Suche nach dem richtigen Schuh skifahrerisch bremse. "Ich gehe zwar an mein derzeitiges persönliches Limit, beim Material ist aber noch mehr heraus zu holen. Es wird also noch dauern, bis alles perfekt ist."

Acht Maier-Siege in 13 Rennen

Dass Miller vor allem wegen seines Wechsels zu Atomic derzeit so sensationell fahre, sei eine Tatsache, irritieren würde ihn das aber nicht, so Maier. "Im Gegenteil. Es sollte mich eher motivieren. Wenn ich fahre was ich kann und das Material optimal ausnütze, brauche ich mir keine Sorgen zu machen." Was für ihn spricht: Während Maier die Birds-of-Prey-Piste mit acht Siegen und zehn Podiumsplätzen in bisher 13 Rennen längst zu seinem "Wohnzimmer" gemacht hat, blieb Miller im Vorjahr in allen drei Rennen ohne Punkte.

Zu zwei Fragen hatte Maier freilich nur scherzhaft Antworten. "Jetzt weiß ich wenigstens, warum der Steff ab und zu so schnell war und was noch möglich gewesen wäre", sagte er auf die Vermutung eines Schweizer Journalisten, Miller könnte die Eberharter-Ski haben. Wo er Miller am ehesten schlagen könne? Maier: "Am schwersten im Slalom, denn da bin ich nicht am Start."

Fritz Strobl startklar

Die erfreulichste Meldung betraf den in Lake Louise so schwer gestürzten Fritz Strobl. Fünf Tage Rennpause war ihm wegen seiner Augenblutung verschrieben worden, am Dienstag erhielt der Kärntner nach einer Kontrolluntersuchung in Vail aber grünes Licht. "Gut möglich, dass er auch im Super G auf der Startliste steht", so Giger.

Mario Matt fährt RTL, Christian Mayer nicht

Eine weitere Entscheidung betraf bereits den Riesentorlauf am Samstag, denn Mario Matt entschied in Loveland die interne Ausscheidung gegen Christian Mayer für sich. Der Riesentorlauf-Solist aus Kärnten bleibt zwar als "Reserve" in den USA, bei ihm steht aber jetzt womöglich die Karriere auf dem Spiel. (APA)

Mögliche ÖSV-Aufstellung Super G: Hermann Maier, Michael Walchhofer, Johann Grugger, Benjamin Raich, Mario Scheiber, Hans Knauß, Andreas Schifferer, Stephan Görgl, Matthias Lanzinger, Christoph Gruber; Fritz Strobl oder Georg Streitberger.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Hermann Maier beim Studium der Birds of Prey-Piste in Beaver Creek.

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