Razzia bei Neonazis in Sachsen und Bayern

2. Dezember 2004, 17:16
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"Skinheads Sächsische Schweiz" sind seit 2001 verboten

Dresden - Die verbotene Neonazi-Gruppe "Skinheads Sächsische Schweiz" (SSS) ist erneut im Visier der deutschen Justiz. Die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsens durchsuchten im Rahmen einer Razzia am Mittwoch Objekte in dem ostdeutschen Bundesland sowie in Bayern. 25 Personen wird vorgeworfen, den organisatorischen Zusammenhalt der Gruppe aufrecht zu halten. Gegen einen ehemaligen SSS- Rädelsführer erging ein Haftbefehl. Der 30-jährige wurde festgenommen.

Elf der Beschuldigten sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits wegen ihrer Aktivitäten bei der Gruppe vorbestraft. Sie müssen nun damit rechnen, dass ihre Bewährung widerrufen wird. Die SSS ging 1996 aus der damals verbotenen Wiking-Jugend hervor. Die Gruppe verfolgte die so genannte Säuberung der Region Sächsische Schweiz von politisch links orientierten Personen, Drogenabhängigen und Ausländern - die Region gilt als eine Hochburg der rechten Szene.

Im April 2001 verboten

Als die rechtsextremistische Gruppe im April 2001 vom sächsischen Innenministerium verboten wurde, war sie mit rund 125 Mitglieder und 200 Sympathisanten die zahlenmäßig stärkste Vereinigung dieser Art in Sachsen. Sie unterhielt auch Verbindungen zu anderen rechtsextremen Organisationen bis hin zur im sächsischen Landtag vertretenen NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands).

Bei früheren Ermittlungen gegen die Gruppe gerieten 139 Menschen ins Visier der Staatsanwaltschaft. In 41 Fällen kam es zu einer Anklage. Bei ersten Verfahren wegen Bildung beziehungsweise Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verhängten die Richter Freiheitsstrafen auf Bewährung. (APA/dpa)

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