Italien will 30 Prozent der RAI an die Börse bringen

7. Dezember 2004, 14:16
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Wirtschaftsminister plant Privatisierung in maximal fünf Monaten

Die italienische Regierung will eigenen Angaben zufolge 30 Prozent der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI im kommenden Frühjahr an die Börse bringen. "Der Mindestanteil, den wir auf Grund des italienischen Marktes privatisieren müssen, liegt bei 25 Prozent. Meiner Ansicht nach ist die Privatisierung einer 30-Prozent-Tranche logisch", betonte der italienische Wirtschaftsminister Domenico Siniscalco bei einer Ansprache vor der Abgeordnetenkammer.

"Auch wenn die RAI-Privatisierung eine komplizierte Angelegenheit ist, müssen wir diesen Weg mit Entschlossenheit beschreiten", sagte der Minister. Seiner Ansicht nach werde die RAI von der Privatisierung stark profitieren. Der Börsengang könnte in maximal fünf Monaten und tranchenweise erfolgen, meinte Siniscalco.

Fusion der Rai Holding und der Rai Spa

Vergangene Woche wurden die beiden Hauptgesellschaften des Staatsfernsehens, RAI Holding und RAI Spa, fusioniert, was als erster Schritt in Richtung Börsengang gilt. Trotz der Privatisierung wird der italienische Staat weiterhin die Programmgestaltung bestimmen. Die Dividende wird aus Gebühren bezahlt. Mit der RAI wird erstmals ein weiterhin zur Mehrheit vom Staat kontrollierter Fernsehsender an die Börse gebracht. 15 Finanzinstitutionen haben laut Rom Interesse an einem Einstieg signalisiert.

Ehrgeizige Privatisierungspläne

Die Regierung Berlusconi hegt weitere ehrgeizige Privatisierungspläne. Zur Diskussion stehen im kommenden Jahr die Poste Italiane und die Fluggesellschaft Alitalia. Das römische Filmstudio Cinecitta Holding und die staatliche Münzprägeanstalt sollen ebenfalls an die Börse gebracht werden. Auch sind Überlegungen im Gange, die hundertprozentige staatliche Kontrolle bei den Staatsbahnen FS, bei der Straßenbaugesellschaft Anas und bei der Export-Rückversicherung Sace zu reduzieren. (APA)

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