Verlagskrise macht auch Bauer zu schaffen

7. Dezember 2004, 14:19
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Sinkende Umsätze für 2004 erwartet

Die deutsche Verlagskrise macht mittlerweile auch dem erfolgreichen Bauer Verlag zu schaffen. Der Umsatz des Hamburger Familienunternehmens ging 2003 um 1,8 Prozent auf 1,68 Mrd. Euro zurück, wie Verleger Heinz Bauer am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Auch für 2004 prognostizierte er einen weiter sinkenden Umsatz um 1,2 Prozent auf 1,66 Mrd. Euro. Bauer beklagte den zunehmenden Preisdruck auf dem Zeitschriftenmarkt und betonte "Wir rechnen mit einer Fortsetzung dieses Trends im Jahr 2005."

Zu den Erträgen muss Bauer keine Angaben machen. Er betonte allerdings, sein Unternehmen sei mit dem Ergebnis des Jahres 2003 sehr zufrieden. "2004 ist das nicht leichter geworden", fügte er hinzu. Auch im kommenden Jahr würden sich die Erträge nicht erhöhen, sondern eher abschwächen. Vor allem das schwache Anzeigengeschäft und die Konsumzurückhaltung sorgen Bauer zufolge weiter für Probleme.

Preiskämpfe

Bauer räumte ein, dass auch sein Unternehmen auf die Preiskämpfe reagiert habe. "Ich würde es aber begrüßen, wenn der Trend zu niedrigen Preisen sich abschwächen würde, damit wieder Ideen und Kreativität zählen." Der Verlag habe in schwierigem Umfeld in neue Objekte wie das Männermagazin "Matador" investiert.

Seinen Marktanteil im Inland konnte der Verlag, der vor allem in den Bereichen Programmzeitschriften ("TV Movie") und Frauenzeitschriften ("Neue Post") aktiv ist, den Angaben zufolge halten. Im Ausland wuchs Bauer dagegen weiter, allerdings verhinderte der starke Euro, dass sich das Wachstum im Umsatz bemerkbar machte: Der Auslandsumsatz erreichte nur 606,7 Mio. Euro, nach 626,9 Mio. Euro im Vorjahr. Für 2004 rechnet der Verlag aber wieder mit steigenden Zahlen: Die Geschäftsleitung geht von 634 Mio. Euro Auslandsumsatz aus.

Keine konkreten Angaben zu künftigen Projekten

Über zukünftige Projekte machte Bauer keine konkreten Angaben. "Die Risiken von Neueinführungen sind in diesem schwierigen Marktumfeld erhöht", betonte er. "Das hält uns aber nicht davon ab, immer wieder darüber nachzudenken." Wie die Zukunft seines Unternehmens aussehe, könne er nicht sagen. Bauer betonte aber: "Ich werde als Verleger in einem Familienunternehmen alles tun, damit der Verlag auch in fünf Jahren und vielleicht auch in 50 Jahren noch eine starke Rolle spielt." (APA/AP)

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