Reste eines eisenzeitlichen Dorfs in Tirol entdeckt

10. Dezember 2004, 18:21
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Bauarbeiten brachten die Fundamente mehrerer Häuser und zahlreiche Gebrauchsgegenstände zu Tage

Innsbruck - Dass die kleine Gemeinde Pfaffenhofen bei Telfs im Oberinntal einen prominenten Platz auf der archäologischen Landkarte Österreichs einnimmt, wird durch einen neuen Fund unterstrichen: Unterhalb der Burgruine Hörtenberg haben Archäologen des Bundesdenkmalamts Innsbruck in einem bei Bauarbeiten freigelegten Geländestreifen die steinernen Fundamente mehrerer Häuser aus der späten Eisenzeit identifiziert.

Hunderte Tonscherben, bronzene Fibeln, Ringe, Nägel, Gürtelbestandteile, eine Speerspitze und anderes mehr kamen ans Licht. Eine Gussform weist darauf hin, dass in der Siedlung nicht nur Bauern, sondern auch Metallgießer lebten. Ebenfalls bemerkenswert sei nach Angaben vom Mittwoch ein so genannter Rillenschlägel, der auf frühgeschichtlichen Bergbau hindeutet.

Wie Johannes Pöll, der zuständige Archäologe des Bundesdenkmalamtes, erläuterte, sei der Fundkomplex vor allem im Zusammenhang mit dem nahe gelegenen, jüngst erforschten Brandopferplatz am Trappele-Acker von Interesse. Genaue Untersuchungen sollen nun die Frage klären, welcher Beziehungen die Siedlung und das zeitgleiche Heiligtum standen. Neben prähistorischen und römerzeitlichen Funden ist Pfaffenhofen vor allem für seine bereits vor einigen Jahrzehnten ergrabene frühchristliche Kirche bekannt, in der mehrere bajuwarische Adelsgräber freigelegt wurden. (APA)

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