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1. Dezember 2004, 12:37
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Selbst-Inszenierungen und Bedeutungsproduktionen in Wellness-Diskursen - ein Vortrag heute im IWK

Wie gestaltet sich die Sorge um das Selbst und welche Gestaltungen finden sich gegenwärtig im um sich greifenden Wellness-Trend? In einer Verbindung von Feldforschung und Diskursanalyse wird der Versuch unternommen, Spuren in der Grauzone von Kategorien und Neologismen des Wellness-Diskurses aufzufinden und unterschiedlichen Narrationen der Sprach-Bilder nachzuspüren. Im Fokus stehen Visualisierungen und (psychische) Räume wie das 'Mentalparadies', Wohlfühl-Oasen oder Wasserfrauen, die sich als zentrale Konfigurationen und Imaginationen zeigen.

Stimulierte sinnliche Sensationen, Selbstmanagement und 'emotional design' erweisen sich als Praktiken und Technologien der Selbst-Normalisierung und -optimierung in einer 'individualistischen Multioptionsgesellschaft'. Aufgelöst und revitalisiert gleichermaßen, werden Körper, Geist und Seele, deren ganzheitliche Betrachtung und Harmonisierung als das proklamierte Heilsversprechen des Wellness-Diskurses schlechthin gelesen werden können, zu TeilhaberInnen einer so genannten Ich-AG. Zur Diskussion stehen also Vorstellungen von Körperlichkeit, Selbst/Identitäten und Geschlecht, wie sie in der neuen Wohlfühl-Gesundheitskultur mit diesem versteckten Imperativ zum Glücklichsein diskursiviert und produziert werden.

Vortragende

Mixa, Elisabeth: diplomierte Sozialarbeiterin und Soziologin; Arbeitsschwerpunkte: feministische Forschung/Gender Studies und Kulturwissenschaften. Habilitation im Rahmen eines Hertha Firnberg-Stipendiums am Institut für Soziologie der Universität Wien zur Thematik "Gegenwärtige Körper- und Selbstkonzepte. Das Beispiel Wellness". (red)

01.12.2004
18:30 Uhr
Dr.in Elisabeth Mixa
IWK
Berggasse 17
Seminarraum 3
1090 Wien
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