Initiative Qualität im Journalismus besorgt über Verhältnis von Politik und Medien

7. Dezember 2004, 14:19
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"Journalismus darf sich nicht instrumentalisieren lassen" - IQ-Vorstand neu gewählt

Die Initiative Qualität im Journalismus (IQ) zeigt sich besorgt über den Verlust der Gesprächskultur zwischen Politik und Medien in Österreich. "In einer Zeit raffinierter politischer Inszenierungen ist es notwendig, das Sensorium für die eigentliche journalistische Aufgabe zu schärfen, nämlich eine kritische und informierte Öffentlichkeit herzustellen", hieß es am Mittwoch in einer Erklärung des IQ-Vorstandes.

Der Journalismus dürfe die fortschreitende Entwertung der Politik zum Show-Ereignis weder als Handlanger noch als Mitspieler begleiten oder fördern. "Ein selbstbewusster und der Öffentlichkeit verantwortlicher Journalismus darf sich nicht von der Politik instrumentalisieren lassen."

"Hohle O-Töne"

In diesem Zusammenhang verwies der IQ-Vorstand auch auf die Problematik der zu oft im Einverständnis von Politik und Medien produzierten und verbreiteten hohlen O-Töne. Faktenbezogene Bewertung, professionelle Distanz und Respekt vor der unterschiedlichen Aufgabenstellung seien unerlässliche Voraussetzungen für eine funktionierende Gesprächskultur zwischen Politik und Medien und damit ein konstitutives Element der Demokratie.

Neue Bestellung des Vorstands

Bei der Generalversammlung der IQ am Dienstag in Salzburg wurde der Vorstand bis 2006 neu bestellt. Der Vorsitzende Engelbert Washietl ("WirtschaftsBlatt") wurde in seiner Funktion ebenso einstimmig bestätigt wie die beiden Stellvertreter Hans-Heinz Fabris (Universität Salzburg) und Meinrad Rahofer (Kuratorium für Journalistenausbildung).

Als IQ-Sprecher fungiert weiterhin Heinz Nußbaumer. Neu im Vorstand sind Christina Maria Hack (Freie Journalistin), Eva Maria Kubin (Antenne Steiermark) und Eva Weissenberger (Falter). Weiterhin im Vorstand sind Hans Besenböck (Freier Journalist), Hannes Haas (Universität Wien), Wolfgang Mayr (APA), Rudi Renger (Universität Salzburg) und Brigitte Wolf (ORF). (APA)

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