"Gepfeffertes" Leitmotiv

31. Oktober 2005, 10:19
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Trotz anfänglicher Skepsis konnte sich "Weinviertel DAC" im zweiten Jahrgang der Existenz etablieren, der eingeschlagene Weg erweist sich als erfolgreich

Trotz anfänglicher Skepsis konnte sich "Weinviertel DAC" im zweiten Jahrgang der Existenz etablieren, der eingeschlagene Weg erweist sich als erfolgreich. Zwei Betriebe als Symbol der Entwicklung.

Mit einer Serie von klar strukturierten, sortentypischen, trockenen Weißweinen der Sorten Grüner Veltliner und Riesling haben Rudolf und Anita Schwarzböck aus Hagenbrunn in letzter Zeit auf sich aufmerksam gemacht. Der Absolvent der Fachschule Klosterneuburg und die Marketingfachfrau haben im März 2003 die Verantwortung im Betrieb übernommen. Die Rebflächen befinden sich rund um den Heimatort der Schwarzböcks, im Nachbarort Enzesfeld und auch in Wien Stammersdorf.

Grüne Veltliner ist die Hauptsorte, Riesling wächst auf Flysch, einer Art Sandstein, an den Hängen des Bisambergs. Rund 35 Prozent der Gesamtrebfläche sind mit Rotwein v. a. Zweigelt bepflanzt. Als Hoffnungsträger und Anwärter auf den Topwein des Betriebes konnte sich aber in den letzten Jahren Merlot etablieren, erklärt Rudolf Schwarzböck. "In besonders guten Jahren wie z. B. 2003 wird er als Solist abgefüllt." Auf Fürstenberg, einer Steillage mit rund 35 Grad Steigung in Enzesfeld, werde man 2005 Merlot auspflanzen. Ob sich die hohen Erwartungen an diese Sorte in dieser Lage tatsächlich erfüllen, wird man frühestens 2007 sehen. Im November 2003 wurde das neue Weingut eröffnet, in dem "Verkauf und Keller an einem Standort vereint sind". Stahltank- und Barriquelagerkeller wurden in zwei getrennten Gebäudeteilen untergebracht, was bedeutet, "dass eine genaue Temperatursteuerung für die Weißwein- und Rotweinproduktion separiert" möglich ist.

Grüner Veltliner ist auch die wichtigste Rebsorte im Betrieb von Julius und Erika Klein, die in Pernersdorf zehn Kilometer südlich von Retz 13 Hektar bewirtschaften. "Die Stärke des Betriebes" wie Erika Klein erklärt, hat den Kleins mehrere nationale und internationale Preise eingetragen. Er wird differenziert ausgebaut, z.B. klassisch im Stahltank oder als Lagenwein "Rustenberg". Um die Möglichkeiten auszuloten werde jedes Jahr - anhängig vom Ausgangsmaterial - experimentiert, erzählt sie. Ein Grüner Veltliner Reserve kam zur Gänze in neue Barriquefässer, wo er nach dem biologischen Säureabbau auf der Hefe seiner Füllung entgegenlagert. "Das Weingut sei ziemlich im Umbruch", so Erika Klein. Julius Klein jr., hat die Fachschule Krems und ein Praktikum bei Leo Hillinger im Burgenland absolviert und zeigt Auslandsambitionen, nicht nur um "Wein zu lernen, sondern auch um meine Sprachkenntnisse zu erweitern". (ls, DER STANDARD, Printausgabe vom 1.12.2004)

  • Bereits fünf Generationen lang bewirtschaftet die Familie Schwarzböck den landwirtschaftlichen Betrieb in Hagenbrunn im südlichen Weinviertel

    Bereits fünf Generationen lang bewirtschaftet die Familie Schwarzböck den landwirtschaftlichen Betrieb in Hagenbrunn im südlichen Weinviertel

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