ÖIAG: Verkauf von mehr als 17 Prozent kein Thema

2. Dezember 2004, 10:44
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Gewerkschaft droht wegen entsprechender Gerüchte mit weiteren Protesten

Wien - Die ÖIAG will offenbar die Sperrminorität an der Telekom Austria (TA) behalten. Die staatliche Beteiligungsgesellschaft hat am Mittwoch anders lautende Medienberichte dementiert. "Das ist kein Thema", erklärte ÖIAG-Sprecherin Anita Bauer.

Die ÖIAG hält derzeit (exklusive einer 5-prozentigen Wandelanleihe) noch 42,2 Prozent an der Telekom. Der Aufsichtsrat hat den ÖIAG-Vorstand bereits zum Verkauf von 17 Prozent ermächtigt, wodurch die Staatsholding dann auf 25,2 Prozent zurückfällt. Ein weiterer Verkauf von TA-Anteilen stehe aber "derzeit nicht zur Diskussion", betonte die ÖIAG-Sprecherin.

Medienberichte

Mehrere Medien hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass die saudische Unternehmerfamilie Jufalli an einem Einstieg bei der Telekom interessiert wäre. Laut "Presse" plant die ÖIAG, nachdem der Verkauf von 17 Prozent am Freitag im Aufsichtsrat endgültig unter Dach und Fach gebracht werden soll, den Verkauf von weiteren 10 Prozent an Jufalli. Durch eine Syndizierung der Anteile, so der Bericht, würden ÖIAG und Jufalli gemeinsam die Sperrminorität erhalten, schreibt die "Presse" unter Berufung auf ÖIAG-Kreise.

Die Sprecherin der Staatsholding weist derartige Pläne aber zurück. Es gebe natürlich immer wieder Interessenten für die Telekom. "Die ÖIAG hat aber derzeit kein Projekt, das in diese Richtung geht", sagt Bauer.

Aktie kaum beeinflusst

Die Börse reagierte schon im voraus gelassen auf die jüngsten Spekulationen. Die TA-Aktie stieg im frühen Handel nur leicht um 0,8 Prozent auf 12,81 Euro.

Bei der Gewerkschaft hingegen sorgen unterdessen die Mediengerüchte für helle Aufregung. Telekom-Betriebsratschef Michael Kolek erklärte gegenüber der APA, die Belegschaft werde für den Erhalt einer staatlichen Beteiligung über 25 Prozent "kämpfen und auf die Straße gehen". Am Mittwoch tagt der Gewerkschaftsvorstand. Entsprechende Protestmaßnahmen will sich der Betriebsrat dort bereits absegnen lassen.

Betriebsrat: "Absurd"

Der Betriebsrat bezeichnet die kolportierten Überlegungen als "absurd". Einen Vergleich mit der OMV, bei der die ÖIAG ihre Anteile bereits erfolgreich mit einem saudischen Investor syndiziert hat, lehnt Kolek ab. Schließlich halte die ÖIAG an der OMV selbst noch 35 Prozent und gemeinsam mit dem saudischen Investor IPIC über 50 Prozent.

Außerdem räumt der Gewerkschafter ein, dass die ÖIAG - wenn sie wie erwartet heuer noch die geplanten 17 Prozent der Telekom und ihre Anteile an der VA Tech verkauft - im nächsten Jahr voraussichtlich schuldenfrei sei und damit den Regierungsauftrag auch ohne den Verkauf weiterer Telekom-Anteile erfülle. (APA)

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