"Großes Warten" nach Randas Abgang

16. Dezember 2004, 10:44
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SPÖ-Bundesparteitag fordert "Solidarität mit den Angestellten" - AVZ-Stiftung erhofft Kurssprung

München/Wien - Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) war Thema am SPÖ-Bundesparteitag. Freilich nicht wegen des Vorstandsumbaus ihrer Mutter HypoVereinsbank (HVB) und der Ablöse Gerhard Randas. Vielmehr hatte der Parteitag wegen des fliegenden KV-Wechsels in Antrag Nr. 22 "Solidarität mit den Angestellten und politische Unterstützung im Kampf gegen den Sozialabbau" gefordert.

Wie berichtet verjüngt der HVB-Aufsichtsrat den Vorstand; Mitglied Randa war bereits am Freitag weich gestreichelt: Der Aufsichtsrat hat seinem Antrag auf vorzeitige Vertragsauflösung ohne Diskussion zugestimmt.

Auch das geplante HVB-Sparpaket war Thema im Aufsichtsrat, Zahlen und Fakten gab es in dem "Sachstandsbericht" aber nicht. Details dürfen sich die HVB-Aufseher erst im Februar erhoffen. Bis dahin soll Konzernchef Dieter Rampl sein Sparpaket geschnürt haben.

AVZ im Zwiespalt

In Wien hat mit dem Abgang Randas "das große Warten" begonnen, sagt ein Manager. Niemand wolle Fehler machen, bevor der neue, für Österreich und Osteuropa zuständige HVB-Chef, Michael Mendel, antritt. Stille auch in der Privatstiftung AVZ, die mit 4,5 Prozent an der HVB beteiligt ist und in deren Vorstand Randa sitzt und auch bleiben soll. Laut einem AVZ-Vorstand habe "Randa das Match Österreich gegen Österreich verloren" (Rampl ist gebürtiger Österreicher, Anm.), auf die Stiftung wirke sich das aber nicht aus. Die AVZ befindet sich somit in einem Zwiespalt: Zum einen wurde ihr Vorstand Randa in der HVB entthront, zum anderen "haben wir größtes Interesse daran, dass sich diese Entscheidung in einem würdigen HVB-Aktienkurs niederschlägt", heißt es in der Stiftung. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.12.2004)

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