FP-Sonderparteitag gegen weitere zweisprachige Ortstafeln

2. Dezember 2004, 14:37
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Kärntner Freiheitliche wollen "qualifizierte Ermittlung der ethnischen Stärke der slowenischen Minderheit"

Villach - Insgesamt zehn Anträge wurden beim Sonderparteitag der Kärntner FPÖ am Dienstag in Villach von den Delegierten verabschiedet. Darin sprach sich die Partei neuerlich gegen die Aufstellung zusätzlicher zweisprachiger Ortstafeln in Südkärnten aus.

Alle Anträge waren vom FPÖ-Landtagsklub eingebracht worden. Bei der Frage der zweisprachigen Ortstafeln wird die Forderung nach Aufstellung zusätzlicher Tafeln als "kontraproduktiv" bezeichnet. Das wechselseitige Verhältnis zwischen Mehrheit und Volksgruppe habe sich verbessert, der Dialog und die Konsenspolitik in Kärnten dürften keinesfalls durch überzogene Forderungen zerstört werden, heißt es.

Daher werden die "Verantwortungsträger der FPÖ auf allen Ebenen" aufgefordert, bei einer eventuellen neuerlichen Konsenskonferenz die Aufstellung zusätzlicher Ortstafeln abzulehnen.

Verlangt werden aber auch eine "qualifizierte Ermittlung der ethnischen Stärke der slowenischen Minderheit im Sinne des Staatsvertrages" sowie "Maßnahmen zur Anerkennung der deutschen Minderheit in Slowenien".

Die weiteren Anträge befassten sich mit einer "Initiative Nahversorgung", der "Drogenproblematik an Schulen", dem Thema "Hilfe für den ländlichen Raum", den Ausbau der Schieneninfrastruktur oder dem Kampf der "Parteibuchwirtschaft".

Dieser bezieht sich auf die nach Meinung der Kärntner FPÖ seitens des Bundeskoalitionspartners ÖVP angeblich praktizierte einseitige Postenvergabe. Dieser Vorwurf war von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel schon vor dem Parteitag zurückgewiesen worden.

Im Antrag "Kultur und Heimat" wird eine "weitere wirksame Vernetzung von Volks- und Hochkultur" ebenso gefordert wie Transparenz und Objektivität in der Kulturförderung und die Absicherung des arbeitsfreien Sonntags. (APA)

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    Im Oktober 1972 kam es zum "Ortstafelsturm" gegen die zweisprachigen Ortsschilder in Kärnten. Mehr als dreißig Jahre später kämpft die FPÖ des südlichsten Bundeslandes immer noch gegen mehrsprachige Beschilderung.

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