Situation bei ZF Steyr spitzt sich zu

9. Dezember 2004, 13:10
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"Man tritt uns mit Füßen" - Belegschaft rüstet für Kampfmaßnahmen

Steyr - Die Situation bei ZF Steyr in Oberösterreich spitzt sich aufgrund der drohenden Schließung des Montagebereichs weiter zu. Nachdem am vergangenen Freitag eine neuerliche Verhandlungsrunde mit der deutschen Mutter ZF Passau scheiterte, rüsteten sich am Dienstag Belegschaft und Gewerkschaft für Protestmaßnahmen.

Am Dienstag stand aufgrund einer Betriebsversammlung der gesamten Belegschaft erstmals die Produktion für Stunden still. "Das Management tritt die Belegschaft quasi mit Füßen. Und das lassen wir uns sicher nicht gefallen", so der Landessekretär der zuständigen Gewerkschaft Metall-Textil, Walter Schopf, gegenüber dem STANDARD. Man habe bis zuletzt versucht, das "Problem am Verhandlungstisch zu lösen", aber sei dabei weit gehend "auf taube Ohren gestoßen", begründete Schopf die Betriebsversammlung.

"Länger andauernde" Protestmaßnahmen

Ziel der "länger andauernden" Protestmaßnahmen sei es, einerseits die Angestellten zu informieren und andererseits die weitere Vorgehensweise zu beraten. "Wir erwarten uns nach der heutigen Versammlung umgehend ein Signal der Konzernleitung zu neuerlichen Gesprächen. Sollte dies nicht der Fall sein, werden in den nächsten Wochen Protestmaßnahmen an der Tagesordnung stehen", drohte Schopf. Die Stimmung innerhalb der Belegschaft sei "an einem absoluten Tiefpunkt angelangt". Jeder im Werk habe in den letzten Jahren "persönliche Abstriche" gemacht und dazu beigetragen, dass ZF Steyr heute wieder schwarze Zahlen schreibt. "Als vorweihnachtliches Dankeschön wackeln jetzt bis zu 200 Jobs", kritisierte Schopf.

Über den Erfolg der Proteste zeigte sich Schopf durchaus optimistisch: "Die Firmenleitung muss reagieren, denn aufgrund der guten Auftragslage wird jedes Getriebe benötigt und normalerweise sofort verladen", so Schopf. Jede Verzögerung bedeute "massive Probleme" für das Unternehmen. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.12.2004)

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